Weil die Grünen gerade auf Heimat und Sterben fürs multikulturelle Vater- und Mutterland machen, geben sie sich sparsam, propagieren Autarkie und erinnern an ehrwürdigen Traditionen und feuchte Utensilien des großmütterlichen Haushalts.
Vorweg marschiert Winfried Kretschmann. Der Mann hat es vom Ex-Maoist zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg geschafft. Dort spart er zwar mit seinem »Elektroauto« und einer »riesigen Photovoltaikanlage auf dem Dach« seines schwäbischen Häusles seit 25 Jahren, was das Zeug hält. »Wir heizen in der Regel nur ein Zimmer«, berichtet Kretschmann, weil es gesünder sei, »wenn man im Haus nicht überall die gleiche Temperatur hat«. Jetzt rät er, zusätzlich aufs Duschen zu verzichten. »Auch der Waschlappen ist eine brauchbare Erfindung.« Selbst das mit der Selbstkritik kriegt des Ex-Kommunist Kretschmann noch hin. »Bei der Reduzierung des Fleischkonsums habe ich noch Luft nach oben.«
Das eigene Kraftwerk im Hinterhof, Wohlstandverzicht für den Sieg des propagierten Systems, der Waschlappen als Symbol der politischen Reinheit und dazu das Pensum Selbstkritik übererfüllen – der große Vorsitzende Mao hätte am Genossen Winfried Kretschmann seine Freude gehabt.
Einziger dunkler Fleck auf Kretschmanns grün-maoistischer Weste ist die Forderung: »Wir müssen unabhängiger von China werden« und den Blick nach Indien richten. Dennoch sollte die KP Chinas Kretschmann nicht verstoßen – ihr Mann in Stuttgart weiß, wie abhängig die Unternehmer im Schwabenland von seinen ehemaligen Parteigenossen in Peking sind und wird aus Indien bestenfalls Waschlappen importieren.


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