Die Wahlen zum Bundestag liegen gerade einmal 16 Tage zurück, da bekommen die Wähler zumindest in Hessen und Bremen die Rechnung für ihre Entscheidung. Besser: Sie bekommen gar keine Rechnung. Denn ihnen wurde mit einer Frist von gerade einmal 10 Tagen gekündigt. Damit dürfte das Lachen über die Briten, denen der Sprit ausgeht, einigen deutschen Haushaltsvorständen im Halse stecken bleiben. Der einzige Unterschied zur Insel: Den Deutschen wird der Strom abgedreht.
Der Grund: Strom hat sich nach immer höheren CO2-Abgaben und einer dank lau laufender Windräder immer größeren Nachfrage nach ausfallsicheren Energieträgern massiv verteuert. Daher hat der Billiganbieter mit dem bezeichnenden Namen ›Immergrün‹ nun vielen Kunden die Verträge gekündigt und wird innerhalb von 10 Tagen die Versorgung einstellen. Ab dem 19.Oktober liefert die Rheinische Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesellschaft ihnen keinen weiteren Strom mehr.
Der Rechtsexperte einer Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen sprach von einer »neuen Eskalationsstufe«. Immer mehr Unternehmen würden durch den extrem hohen Strompreis in den Ruin getrieben. Zur Erinnerung: Der Strompreis hat sich von im September etwa 200 Euro je Megawattstunde MWh auf in der vergangenen Woche über 440 Euro erhöht. Für die nächsten Wochen und Monate werden weitere Stromanbieter unter den steigenden Preisen zusammenbrechen. Das müssen sie – also Insolvenz anmelden –, denn andernfalls kommen sie nicht so leicht aus den Verträgen.
Das Kalkül des Anbieters dürfte recht einfach sein: Zwar sitzen die Kunden nicht gleich im Dunklen. Eine staatliche Grundversorgung tritt ein. Aber die Kunden brauchen neue Verträge. Und in denen wird der neue Preis wohl entsprechend neu verhandelt.
Auf diese Weise zeitigt die Politik der radikalen Energiewende erste massive Folgen für den Geldbeutel der Kunden. Und auch wenn die staatliche Grundversorgung – noch ? – gesichert zu sein scheint. Anders als auf dem Wohnungsmarkt werden die Preise durch die meist ausländischen Lieferanten von außen diktiert. Da hilft der rot-grünen Politik kein noch so lautes und trotziges Fordern: Wer nicht zahlt, bekommt nichts geliefert.


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