Annalena Baerbock droht Russland

Energiewende_ Gaspreise vervielfachen sich – falls überhaupt geliefert wird

Nachdem die Gaspreise immer weiter steigen, kritisiert Annalena Baerbock Russland. Tatsächlich ist die Energiewende die Ursache.

Die Wähler, die noch unentschieden sind, wen sie wählen, sollten vielleicht zuerst den Brief mit der letzten Gasrechnung öffnen. Denn Deutschland droht als Folge der von praktischen allen Parteien propagierten Energiewende ein Preisdesaster wie in Großbritannien. Dort sind die Preise laut Welt seit Anfang des Jahres um 250 Prozent angestiegen – weit über das Doppelte also.

Der Grund: Die Windkraftwerke rund um die Insel lieferten dank einer Flaute deutlich weniger Energie und die wurde daraufhin mit Gas produziert. Für zwei Großanbieter war das zu viel; Avro Energy und Green gingen bankrott. 835.000 Kunden mussten daraufhin den Anbieter wechseln. Da aber zusammen sieben Anbieter innerhalb von sechs Wochen pleite gingen, wird es langsam eng.

Der Wechsel des Anbieters hat buchstäblich seinen Preis; und der ist hoch. Damit nicht genug, stoßen auch die verbliebenen Anbieter an ihre Kapazitäten. Gas wird knapp und immer knapper. Und irgendwann wird kein Gas mehr geliefert.

Allein die Preiserhöhung setzt die Kunden unter Druck; etwa 50 Gasgrundversorger erhöhten um 1,4 und bis zu 26 Prozent. Auf dem Heizölmarkt sieht es nicht besser aus. Dort stiegen die Preise im Durchschnitt seit Jahresbeginn im 13 Prozent. Für einen Standardhaushalt bedeutet das eine Erhöhung um 172 Euro pro Jahr. Verantwortlich für diesen rapiden Preisanstieg zeichnet nach Aussage des Sprechers eines Preisvergleichsportals die Politik: »Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld.«

Schlimmer dürften die konkreten Lieferengpässe werden. Dass Gas im Winter teurer wird, ist das eine. Wenn aber kein Gas mehr zur Verfügung steht, dann wird es kalt.

Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kritisiert indes nicht ihre eigene Politik, sondern attackiert statt dessen den Russischen Präsidenten Putin. »Russland ist sehr zurückhaltend bei der Lieferung von Erdgas nach Europa«, erklärte Baerbock laut Welt und ergänzte: »Das Putin-Regime will politischen Druck aufbauen, um die ausstehenden Genehmigungen für Nord Stream 2 schneller zu bekommen«.

Willkommen in der Realität, kann man da nur sagen. Wenn Baerbock nun jammert, »die Leidtragenden sind die Kunden in Deutschland, deren Gaspreise steigen werden oder die im Extremfall sogar im Kalten sitzen müssen«, wird Moskau im schlimmsten Fall auf die noch tieferen Temperaturen in Russland verweisen – oder auf die Energiewende in Deutschland.

Baerbock fordert nun die Bundesregierung auf, ein Signal zu setzen. Nicht gegen Rechts. Aber ein Signal an die Adresse Moskaus. »Das Signal muss sein, dass Russland zu seinen Zusagen stehen muss und über die bestehenden Pipelines wie in der Vergangenheit auch genügend Gas liefert.« Was die Kanzlerkandidatin für den Fall plant, dass Moskau diese Signale schlicht ignoriert, sagte sie nicht.

Allerdings belegte Baerbock einmal mehr, dass sie intellektuell in Bullerbü lebt. Sie fordert Vorgaben für Minimal-Füllstande der Speicher und zusätzlich eine »nationale Gasreserve analog zur Ölreserve, damit niemand im Winter im Kalten sitzt«. Wie sie die Speicher füllen will, sagte Baerbock nicht. Aber vielleicht denkt sie auch beim Gas: Das Netz ist der Speicher.

So oder so – die momentane Krise zeigt die Folgen der Energiewende. Dramatisch steigende Preise und Lieferprobleme, sobald die sogenannten erneuerbaren Energiequellen zeitweise versiegt sind. Wen das an Zeiten gemahnt, als die Lieferung von Lebensmitteln vom Wetter abhängig war und Lebensmittelmangel zu Hungernöten geführt hat, der liegt richtig. Und er ahnt, was Deutschland in den kommenden Jahren erwartet.

Sven von Storch

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