Zum ersten Mal seit der Islamischen Revolution hat das Regime in Teheran beim Internationalen Währungsfond um einen Stützungskredit gebeten. Er soll nach den Wünschen der Mullahs ein Volumen von 5 Milliarden Dollar haben.
Hintergrund für die Bitte, ist die desolate Lage des Landes angesichts der Corona-Pandemie. Vom ersten Tag des Auftretens an bekamen die Behörden des Landes die Ausbreitung des Virus nicht in den Griff. Ein Grund waren die vielen Heiligen Stätten, die sich weigerten zu schließen oder zumindest Hygienebestimmungen umzusetzen. So wurde in Qom eine Absperrung zum Heiligen Schrein von Gläubigen durchbrochen; eine vollständige Quarantäne der Stadt wurde von den örtlichen Ajatollahs verhindert.
Offiziell liegt die Zahl der Infizierten zwar niedriger als in China und Italien. Von Exiliraner werden die Zahlen jedoch in Zweifel gezogen. Nach ihren Angaben sind bereits weit über 5000 Menschen gestorben, während das Regime 1135 Tote zugibt. Außerhalb von Qom werden umfangreich Gräber ausgehoben.
Dass sich das Regime in dieser dramatischen, zu wesentlichen Teilen aber selbstverschuldeten Situation, an den IWF wendet, ist daher verständlich. Stutzig sollte allerdings machen, dass das Regime die Bitte um Kredite mit der Forderung nach Aufhebung der internationalen Sanktionen verknüpft. Sie und mit anderen Worten die USA seien, so der Tenor, in den auch die deutschen Mainstream-Medien sofort eingestimmt haben, an den Folgen der Pandemie im Iran eigentlich schuld.
Dabei verbreiten die Regierungsvertreter, wie schon beim Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine im vergangenen Herbst durch iranische Luftabwehrraketen, Meldungen, die falsch sind. Denn anders als von den Mullahs behauptet, verhindern die USA nicht etwa Hilfslieferungen für die unter dem Regime leidenden Perser – sie haben dem Iran erst Ende Februar über die Schweiz ein Hilfsangebot übermittelt, berichtete Focus.
Es liegt daher nahe, dass das Regime das Corona-Virus lediglich dazu benutzt, um die Sanktionen ganz offiziell auszusetzen. Dabei spekuliert Teheran auf den Mitleidseffekt. Und je größer die mögliche Todeszahl ist, umso eher dürfte diese Strategie von Erfolg gekrönt sein.
Wenn also jetzt sogar im Staatsfersehn Studien einer Teheraner Hochschule vorgestellt werden, die im günstigsten Fall 12.000 Tote prognostizieren und dann mit Zahlen zwischen 110.000 und bis zu 3,5 Millionen Opfern operieren, dann sollte man diesen nicht glauben. In keinem Fall darf das Regime, das sich zunächst nur unzureichend um seine Bürger kümmert und dann den möglichen Tod dieser Bürger auch noch für sich ausnutzen will, Unterstützung erhalten.


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