Perfide Politik der Islamisierung durch Erdogan oder Fehlkalkulation?

Die nächste syrische Flüchtlingswelle rollt

Im Norden Syriens bahnt sich die nächste Flüchtlingsflut ihren Weg zur türkischen Grenze.

Der Bürgerkrieg in Syrien nimmt kein Ende. Als Folge einer Offensive der von den Russen unterstützten Regierungstruppen auf die letzte große Rebellenhochburg Idlib fliehen immer mehr Syrer Richtung türkische Grenze. Doch dort geht es nicht weiter, da die Türkei die Grenze geschlossen hat – noch.

Die immer wieder vereinbarten Waffenruhen werden nicht eingehalten. Ein bekanntes Phänomen aus Bürgerkriegen, in denen jede Seite die Kämpfe fortsetzt, falls sie glaubt, erfolgreich sein zu können. Momentan ist Assad am Zug.

Nach Aussage der Welthungerhilfe handelt es sich um die schlimmste Flüchtlingskrise in dem seit neun Jahren dauernden Bürgerkriegs. Seit Anfang Dezember sind rund 900 000 Syrer unterwegs und fliehen in ein relativ kleines Gebiet zwischen Idlib und türkischer Grenze. »Es ist total überlaufen, auch die Lager«, berichtet ein Vertreter der Flüchtlingsindustrie laut Welt. »Die Menschen wissen nicht, wovon sie heute oder am nächsten Tag leben sollen«, hieß es ergänzend.

Entscheidend ist nun, wie Erdogan reagiert. Lässt er die Grenzen öffnen, ergösse sich ein weiterer Flüchtlingsstrom in die südlichen und südwestlichen Gebiete der Türkei. Erdogan hätte ein weiteres Erpressungsmittel gegen Europa in der Hand, solange die Grenzen nach Griechenland nicht rigoros geschlossen werden. So gesehen hat Erdogan wenig Interesse an einem Ende des syrischen Bürgerkriegs. Auf der anderen Seite leidet die türkische Wirtschaft unter den Flüchtlingen, die schon im Land sind.

Sven von Storch

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