Während sich die Lage im Golf von Oman nach Angriffen auf zwei Tanker weiter zugespitzt hat, ist der Deutsche Außenminister Heiko Maas nach Deutschland zurückgekehrt. Er war in den Iran gereist, um Verhandlungen über den Fortbestand des Atomabkommens zu führen. Das Abkommen wurde von den USA vor einem Jahr einseitig gekündigt, nachdem der Iran wiederholt Zusagen nicht eingehalten hatte und die Sanktionen wieder in Kraft gesetzt. Die EU will an dem Abkommen festhalten. Der Iran hat gedroht, es ebenfalls zu kündigen.
Wichtiger als das Atom-Abkommen ist aktuell die Kriegsgefahr nach den Angriffen auf die Tanker. Das weiß auch Heiko Maas, wenn er laut Merkur sagt: »Die Lage in der Region, in der wir uns hier befinden, ist hochbrisant, und sie ist außerordentlich ernst«. Stimmen, die auf Washington und Teheran mäßigend wirken, sind daher besonders gefragt. Heiko Maas zählt jedoch nicht dazu.
Der Einfluss der Bundesregierung auf die Regierung in Teheran ist ohnehin gering. Aber nach dem höchst undiplomatischen und peinlichen Auftritt von Kanzlerin Merkel in Harvard ist der Einfluss Berlins auf Washington noch geringer. Jetzt rächen sich penetrante Hetzetiraden gegen US-Präsident Trump und moralische Hochnäsigkeit gegenüber seiner Regierung.
An Stelle von Heiko Maas vertrat wenige Tage später der japanische Ministerpräsident Abe die USA in Teheran. Es wird vermutet, dass es kein Zufall war, dass einer der beiden attackierten Tanker aus Japan stammt. Der Angriff sollte die Gespräche womöglich unterminieren. Als das geschah. saß Heiko Maas schon wieder im heimischen, ab 2050 dann mehr oder weniger klimaneutralen Berlin und niemand interessierte sich für seine Gespräche mit den islamischen Herrschern.


Add new comment