Seit Tagen diskutieren Politiker der regierenden Parteien über eine Rettungsaktion für sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Zuletzt hatte sich die Regierung auf eine Rettungsaktion verständigt, bei der 1500 Kinder aus griechischen Lagern nach Deutschland geholt werden sollen. Grünen und Linken war sogar das noch zu wenig.
Doch auch nach einem medialen Dauerfeuer zeigt sich eine Mehrheit der Deutschen ablehnend gegenüber den Plänen aus Berlin. Die stete Präsenz von Politikern, die sich betroffen geben, hat nicht gereicht, den Bürger von der Notwendigkeit einer Rettungsaktion zu überzeugen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger-Allgemeinen ergab: 50,8 Prozent lehnen die Pläne der Regierung ab, 39,3 Prozent unterstützen sie.
Damit wird eine Umfrage aus der vergangenen Woche indirekt bestätigt: Gegenüber Infratest Dimap hatten zwar 57 Prozent der Befragten gesagt, man solle die Flüchtlinge nach Deutschland holen – allerdings sollten alle Flüchter auf die EU-Staaten aufgeteilt werden. Bei der Frage, ob Frankreich und Deutschland Flüchtlinge aufnehmen sollten, lag die Zustimmung schon nur noch bei 48 Prozent; 49 Prozent waren dagegen.
Wenn also jetzt danach gefragt wird, ob Flüchtlinge nach Deutschland geholt werden sollten, darf es nicht überraschen, dass die Zustimmung endgültig in deutliche Ablehnung umschlägt. Dass es sich bei den unbegleiteten Minderjährigen wirklich um Minderjährige handelt, wird ohnehin von vielen bezweifelt.
Ein bemerkenswerter Unterschied ergibt sich jedoch bei den Präferenzen der Anhänger diverser Parteien. So lehnen, anders als in der Umfrage der vergangenen Woche, CDU-Anhänger die Rettungsaktion mit über 70 Prozent dezidiert ab. Der Wert lag zuletzt bei lediglich 46 Prozent und die Zustimmung hatte mit 49 Prozent sogar überwogen.


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