Bei einigen Geimpften sind in Dänemark schwere Fälle von Blutgerinnseln aufgetreten. Daher hat die Gesundheitsbehörde ihrem Namen alle Ehre gemacht und verimpft das Vakzin nicht mehr. Es handelt sich um Impfstoff der Firma AstraZeneca. Die Gesundheitsbehörden in Norwegen und Island folgten dem Entschluss der Behörden in Kopenhagen und zogen das Vakzin ebenfalls vorerst zurück.
Der zuständige dänische Minister sagte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Die Vorfälle würden jetzt gründlich untersucht. Der Stopp gilt zunächst für 14 Tage, dann will man weitersehen. Zugleich wurde unterstrichen, dass man den AstraZeneca-Impfstoff nicht ablehne, sondern mit der Verabreichung pausiert werde – was die Frage aufwirft, wo denn der Unterschied zwischen Pausieren und Ablehnen in diesem Fall eigentlich liegt?
Auch in Norwegen sprach der Abteilungsleiter für Infektionskrankheiten am norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit, Geir Bukholm, von einer »Vorsichtsmaßnahme«, der Dauer unbekannt ist. Bereits in Österreich und Italien wurden Impfstoffe nach Todesfällen oder schweren Nebenwirkungen zurückgezogen oder auch verboten.
Nur in Berlin kümmert das offenbar niemanden. Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU, erklärte in Berlin: »Nach jetzigem Stand gibt es keinen Hinweis, dass der Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung in kausalem Zusammenhang steht.« Eine interessante Begründung, wenn man bedenkt, dass die meisten Maßnahmen, die Spahn beschließt, allein statistisch begründet sind, also ganz sicher nicht kausal. Jedenfalls will Spahn »mit Astrazeneca weiter impfen wie die allermeisten anderen europäischen Länder auch«.
Der umtriebige SPD-Virenexperte Karl Lauterbach setzte noch einen drauf und kritisierte den dänischen Schritt: »Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen«, zwitscherte der Sozialdemokraten auf Twitter. Nach Monaten der Panikmache auf Grund dubioser Zahlen geht er beim Impfen durch Dick und Dünn. Die Schädigung des Vertrauens, die ihm wichtiger scheint, als die Schäden an den Geimpften, sei immens. Er bliebe dabei, dass der Impfstoff sicher sei. »Ich würde ihn jederzeit nehmen.«


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