Die Kuppel des Humboldt-Forums wird wie die Vorlage des Stadtschlosses und demokratisch entschieden von einem Kreuz und einer Inschrift gekrönt: »Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.« Vielen Politikern und Intellektuellen sind Kreuz und Inschrift ein Dorn im Auge. Nun meldet sich die Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Die Grünen, zu Wort.
In einem Interview mit dem Tagesspiegel erklärt Frau Roth, ihr sei es »schleierhaft«, wie die Inschrift und das Kreuz auf die Kuppel kämen. Dann fährt sie fort: »Und dann setzt man auch noch ein Kreuz oben drauf als Beleg der großen Weltoffenheit. Also, da will ich ran.« Und man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass Frau Roth plant, sowohl die Inschrift als auch das Kreuz entfernen zu lassen. Ein Standpunkt, der sicher von etlichen Intellektuellen unterstützt werden wird, die in der Inschrift einen christlichen Unterwerfungsanspruch und Herrschaftsanspruch der Hohenzollern gegenüber den demokratischen Bestrebungen von 1848 lesen wollen.
Während also in einigen deutschen Städten Sozialdemokraten, Linke und Grüne alles dran setzen, dass Moslems Moscheen bauen und von Minaretten den Muezzin zum Gebet rufen lassen mit einem Spruch: »Allah ist groß, es gibt keinen anderen Gott außer Allah«, echauffieren sie sich über eine Inschrift, die lediglich die historischen Verhältnisse auf dem Gebäude wiedergibt. Es geht ihnen also nicht um Unterwerfung an sich, sondern um die Frage, wer wen unterwirft. Und mit der einen Unterwerfung können sie offenbar ganz gut leben.


Add new comment