Ein Café in Strobl am Wolfgangsee serviert Kaffee und Kuchen nur noch Ungeimpften. Der Bürgermeister des Ortes belächelt die Aktion der Cafébesitzerin. Dabei könnte einigen das Lachen sehr schnell vergehen. Denn neben Fragen, wie denn die Café -Besitzerin erkennen will, ob jemand Ungeimpft ist - noch werden Ungeimpfte ja nicht gekennzeichnet -, stellen sich elementare ökonomische Fragen.
Strobl am Wolfgangsee hat 3600 Einwohner. Eine Impfquote von 50 Prozent angenommen, ergeben sich allein vor Ort 1800 Kunden, die in den anderen Cafés vor Ort keinen Einlass mehr erhalten, weil sie ungeimpft sind. Nimmt man nun an, dass es in Strobl insgesamt fünf Cafés gibt - wir sind in Österreich -, dann teilen sich vier die 1800 geimpften Kunden und die anderen gehen zu der Quer-Bäckerin. Man muss nicht fragen, wer das bessre Geschäft macht.
Und das ist der springende Punkt. Ungeimpfte machen 30, teilweise 40 Prozent der Bevölkerung aus. Und es sind Kunden. Kunden, die zahlen können und wollen. Kunden, die sich mit dem Cafhausbesitzer, der den Mut hat, sich gegen die staatlichen Pressionen zu wehren, solidarisieren.
Wie die Rechtslage ist, lässt sich schwer sagen. Nach Aussage des Bürgermeisters von Strobl ist das Angebot völlig legal. Schließlich wagen sich die Kunden aus freien Stücken in die Gefahr. Die Ungeimpften sind ja unter sich.
Dieses Modell könnte Nachahmer finden. Und in praktisch jedem Marksegment stellen die Ungeimpften 30 bis 40 Prozent aller Kunden, die sich auf die wenigen Anbieter verteilen oder besser: konzentrieren. Am Ende profitieren beide: Anbieter und Ungeimpfte. Und eine totalitäre Politik hat das Nachsehn.


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