Die Stimmen in der CDU/CSU mehren sich:

Bundestagswahl_ Wechselt die Union den Kanzlerkandidaten aus_

Die Überlegung, den Kanzlerkandidaten zu wechseln, ist aus der Büchse entschlüpft. Muss Laschet gehen ?

In der Diplomatie ist ein Dementi ein Dementi oder eine Lüge. In der Politik dagegen ist eine Dementi ein Hinweis, dass diskutiert wird. Hinter vorgehaltener Hand, hinter dem Rücken, aber in jedem Fall intensiv.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther, CDU, hat nun dementiert, dass Armin Laschet, sein skandalträchtiger Kollege aus Nordrhein-Westfalen, den seine Partei erst kürzlich zum Kanzlerkandidaten gekürt hat, ersetzt werden könnte. »Das ist fernab jeder Vorstellungskraft«, betonte der CDU-Politiker laut Augsburger Presse.

Fern ab jeder Vorstellungskraft ist die Diskussion über eine solche Idee. Oder besser: Sie sollte außerhalb jeder Vorstellungskraft sein und bleiben. Was sie aber, wie Günther selber beweist, eben nicht ist. Und Sätze wie: »Die Entscheidung ist getroffen und jetzt geht es darum, auch inhaltlich zu überzeugen«, überzeugen nicht wirklich.

Lässt die CDU die Wahl von Laschet rückgängig machen ? – Nach dem Absturz in den Umfragen, könnte das wohl jeder verstehen. Zumal niemand versteht, dass Armin Laschet ein »echtes Zugpferd« im Wahlkampf ist. Der Reim auf Lusche ist zwar schlechte, aber wirkungsvolle Rhetorik – also doch irgendwie gut. Und außer Günther kommt wohl keiner auf die Idee, Armin Laschet als »Helmut Kohl 2.0« zu titulieren. Die Statur des Kanzlers der Einheit hat Laschet ganz sicher nicht.

Die Union steht vor einem echten Dilemma: Laschet auswechseln mag sinnvoll erscheinen. Aber wer soll ihn ersetzen ? Markus Söder von den Christlichsozialen ?

Hätten sie doch bloß Friedrich Merz zum Kandidaten gekürt. Mit einem klaren Profil in der Mitte und nicht am rechten links-ökologischen Rand hätte die CDU wieder zu sich gefunden und für einen Moment die 16 Jahre Angela Merkel vergessen gemacht.

Haben sie aber nicht. Immer noch in den Fängen der Kanzlerin ohne Eigenschaften, haben sie Armin Laschet, den Liebling der Kanzlerin, zum Kandidaten gewählt. Der ist aber nicht einmal näherungsweise der Liebling der Bürger. Laschet liegt in Umfragen laut web.de nicht nur weit hinter Baerbock, sondern noch hinter dem Sozialdemokraten Olaf Scholz bei 15 Prozent im Falle einer Direktwahl – und das ist nun wahrlich außerhalb jeder Vorstellungswelt.

Vielleicht sollte die CDU konsequent sein und gleich zur Wahl von Annalena Baerbock aufrufen. Denn auch deren 26 Prozent sind ein Armutszeugnis für den schwarz-grünen Block. Zusammen schaffen sie die 41 Prozent – Werte, wie sie für Schmidt und Kohl selbst in kritischen Zeiten das Selbstverständlichste waren.

Sven von Storch

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