Deutschland ist dafür bekannt, dass es glaubt, praktisch alle Probleme ließen sich durch Geld lösen. So auch die Krise, die durch das Corona-Virus ausgelöst wurde.
Obwohl es den Behörden nicht einmal gelingt, alle Bürger über mögliche Maßnahmen auf dem Laufenden zu halten oder sie darüber zu informieren, wie sie sich schützen können. In Berlin lässt der Innensenator martialisch verkünden, er würde ganze Stadtviertel abriegeln lassen und zugleich rät die Verwaltung Bürgern, die möglicherweise infiziert sind, sich in der Notaufnahme der Krankenhäuser zu melden – ein Unfug, der schnell korrigiert werden musste.
Da platzt die Bundesregierung in Person ihres Finanzministers mit dem Versprechen eines Konjunkturprogramms ins Chaos. »Wenn die Lage es erforderte, dass ein solcher Impuls nötig wird«, sagte der Vizekanzler laut Welt, »haben wir auch die Mittel, ein Konjunkturprogramm aufzulegen.« Zunächst gehe es um medizinische Nothilfe.
Aber auch auf die weltwirtschaftlichen Verwerfungen will man in Berlin mit Geld reagieren. »Sollte es darüber hinaus«, also über die medizinischen Probleme hinaus, »zu schweren Verwerfungen in der Weltwirtschaft kommen, etwa weil weltweit Märkte und Produktionsstätten beeinträchtigt werden, haben wir alle Kraft, um darauf schnell, entschieden und stark zu reagieren.« - Und da machen sich die Bürger Sorgen, ob und wie lange sie noch gesund sind. Ihr Finanzminister denkt an die Zukunft. Oder lenkt er einfach nur ab ?
Aber zum Glück denkt zumindest der Gesundheitsminister nicht nur ökonomisch. Nachdem deutlich geworden ist, dass es auch zwei Monate nachdem die ersten Fälle in Asien bekannt geworden sind, im deutschen Gesundheitswesen an den einfachsten Dingen zum Schutz des Personals fehlt, erklärte Jens Spahn, wir sollten »bei Arzneimitteln oder Schutzausrüstungen nicht in diesem Umfang von anderen Regionen der Welt abhängig sein.« – »Sicherheit ist hier wichtiger als ökonomische Effizienz.«
Ja, die Corona-Epidemie schadet der Wirtschaft. Der Aktienindex Dax hat binnen einer Woche mehr als zwölf Prozent verloren und der US-Leitindex S&P 500 stürzte um 13 Prozent in den Keller. Nur sind das eben nicht die nächsten Probleme.
Und so erinnert der Finanzminister mit seinem Konjunkturprogramm an einen, der, während ein Haus gerade anfängt zu brennen, die Bewohner beruhigt, indem er Kataloge von Bauunternehmen bestellt.


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