Die Royal Navy hat am früher Donnerstagmorgen vor Gibraltar und in spanischen Hoheitsgewässern den Tanker »Grace 1« gestoppt. Britische Marines gingen an Bord des Schiffes, wie der Daily Telegraph berichtet.
Zunächst war nicht klar, woher das geladene Öl stammt. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte mittlerweile laut Jerusalem Post, es handele sich um iranisches Öl. In diesem Fall verstößt die Lieferung an Syrien gegen Sanktionen, die die EU 2011 über das Bürgerkriegsland verhängt wurden.
Der Tanker fährt laut Zeit unter panamesischer Flagge. Besitzer ist die in Singapur ansässigen Firma »Grace Tankers«. Das Schiff wurde nach offiziellen Unterlagen, schreibt Reuters, im süd-irakischen Basra beladen, taucht in den Büchern der Hafenbehörden aber nicht auf. Anschließend hat das Schiff seinen Transponder, mit dem es geortet werden kann, ausgeschaltet. Als es wieder auftaucht, befand es sich voll beladen in der Nähe des iranischen Hafens Bandar Bushehr in der Straße von Hormus. Vermutlich wurde es im iranischen Inselhafen Charq, westlich von Bandar, beladen.
Als Reaktion auf die Festsetzung des Tankers wurde der britische Botschafter in Teheran eingestellt. Ein hoher Kommandeur der Revolutionären Garden kündigte in einem Tweet an, man würde als Vergeltung einen britischen Tanker kapern, wenn das iranische Schiff nicht umgehend freigegeben wird.
Die Aktion erhöht den wirtschaftlichen Druck auf den Iran. Die Öl-Ausfuhren sind die wichtigste Einnahmequelle des Mullah-Regimes. Zugleich zählt Teheran zu den wichtigsten Verbündeten des syrischen Herrschers Assad.


Add new comment