Der abgehalfterte Linke und seine Agitprop-Vergleiche

Bodo Ramelow relativiert deutschen Faschismus

Der abgewählte linke Ministerpräsident biegt sich die deutsche Geschichte zusammen. - Eine Klarstellung

Freie Welt

Nazivergleiche stehen seit zwei Tagen hoch im Kurs - und fast alle sind historisch falsch und dienen allein schnödem Egoismus. Mit einer besonderen moralischen Haltung haben sie herzlich wenig zu tun, nicht bei einem Linken und ganz besonders nicht bei Bodo Ramelow.

Bodo Ramelow erlebte am Mittwoch ein politisches Desaster. Doch kaum hatte er sich von seinem Schock erholt, kam der linke Demagoge zum Vorschein. Ramelow verglich die Wahl des Liberalen Kemmerich mit der Wahl von Adolf Hitler zum Reichskanzler. Ein Foto, das den Händedruck zwischen Reichspräsidenten Hindenburg und Kanzlers Hitler zeigt, stellte er auf Twitter über das Foto, auf dem Björn Höcke, AfD, dem eben gewählten Kemmerich gratuliert.

Wen Ramelow mit wem gleichsetzen will, das sagt er nicht. Der Leser soll es sich denken. Nur: Was auch immer man sich ausdenken mag, es kommt nur Unfug heraus. Es ist zwar richtig: Hindenburg ist die Achtung vor Andersdenkenden wichtig gewesen, aber er war kein Liberaler. Doch dass Ramelow Kemmerich mit Hitler gleichsetzen wollte, macht wenig Sinn. Denn Ramelow will Höcke mit Hitler vergleichen und dann resumieren, dass sie sich gleichen.

Das aber ist pure Relativierung des deutschen Faschismus. Sie ist so dumm, wie der Versuch, in Ramelow Stalin, Mao oder Pol Pot zu erkennen. Allerdings stehen diese sich ideologisch sehr viel näher, als Hitler und der Thüringer Chef der AfD.

Aber Ramelow ist Demagoge. Und als solcher schreckt er vor keinem Mittel zurück. Nicht einmal vor geheucheltem Heulen. »Ich musste an die Überlebenden in Buchenwald denken«, sagte er laut Welt nach der Wahl Kemmerichs. Welche Überlebenden Buchenwalds der Linke Ramelow wohl gemeint hat? Die des Lagers, das Kommunisten für ihre Regimegegner einrichten ließen ? Und hat er selber an die Millionen Opfer seiner eigenen, linken politischen Ziele gedacht? Wohl kaum.

Denn Ramelow ist ein Heuchler. Sein Blick auf die Geschichte Thüringens ist der blutrote Blick eines Linken. Und dehalb verschweigt er - und nicht nur er -, bei seinen Hitler-Zitaten, dass es Thüringen war, in dem Kommunisten und Sozialdemokraten die Republik von Weimar schon im Herbst 1923 an den Rand des Zusammenbruchs brachten. Stichwort Deutscher Oktober. Beide Parteien hatte mit Hilfe Moskaus eine Oktoberrevolution vor Augen mit einem Blutrausch wie in Russland.

Hat Ramelow an diese verbrecherische Rot-Rot-Regierung von 1923 gedacht, als selber vor fünf Jahren seine Rot-Rot-Grüne-Regierung vereidigen ließ? - Natürlich nicht. Als Mitglied einer linksfaschistischen Partei sind für ihn, Bodo Ramelow, die Opfer seiner Ideologie in Wirklichkeit Täter. Zur Not auch ein paar Millionen.

So vergeht sich Bodo Ramelow gleich zweimal an der deutschen Geschichte: Erst relativiert er Hitlers Verbrechen. Dann verschweigt er die linken Verbrechen. Einmal mehr wird deutlich, wie gut es war, dass dieser Mann am Mittwoch endlich sein Amt räumen musste.

Sven von Storch

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