Im Januar hatte »Angstminister« Lauterbach in einer Nacht-und-Nebel-Aktion dem Robert-Koch-Institut die Befugnis erteilt, über die Dauer des Genesenenstatus entscheiden zu dürfen. Weder die Regierung noch die Parlamente hatten das Sagen, sondern plötzlich durften vermeintliche Fachleute wie Lothar Wieler sagen, wie lange ein mit Corona infizierter und genesener Bürger seine Grundrechte zurückerhält und wann sie ihm wieder entzogen werden.
Doch nach mehreren Gerichtsurteilen und viel Kritik entzog Minister Lauterbach dem Tierarzt Lothar Wieler und seinem Institut diese Blanko-Vollmacht wieder. Der Chef des RKI wurde entmachtet, wie die Presse schrieb.
Nun ist Lothar Wieler in der Corona-Pandemie nicht irgendwer. Er ist ein prägendes Gesicht, das zeitweise beinahe täglich vor die Kamera trat. Für den Kopf einer Behörde, muss man vermuten, sicherlich eine Freude. Immer wieder glänzte er mit Ankündigungen und Änderungen bei der Datenerfassung. Und immer wieder geriet er in die Kritik, die ihm aber nichts anhaben konnte, solange die Mächtigen die Hand schützend über ihn hielten. Damit scheint jetzt Schluss zu sein und Wieler muss auslöffeln, was Minister Karl Lauterbach ihm eingebrockt hat.
Das war für Wieler wohl zu viel. Anfang der Woche soll er laut Bild-Zeitung beim Verband der Sicherheitstechnik gesagt haben: Für ihn »habe der Begriff ›Gelbe Gefahr‹ eine neue Bedeutung gewonnen«. Gemeint war die FDP, der gelbe Farbanteil in der Ampel-Regierung.
Und damit hat Wieler es wohl übertrieben. Denn mit »gelber Gefahr« war üblicherweise einmal China gemeint. Das zu sagen gilt heute als abwertend, ja rassistisch. Also verstieß Wieler gegen das schlimmste Gebot in diesem Staat. Man muss sehen, wie lange er sich nach diesem Ausrutscher hält. Wetten möchte man lieber nicht.


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