Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat sich in den Räumen der Senatsverwaltung mit Vertretern der Klima-Aktivisten von »Fridays for Future« getroffen. Nach eigenen Angaben auf der Internetseite der Senatsverwaltung habe sie mit den Aktivisten »gemeinsame Aktivitäten« vereinbart. Die Gruppe »Fridays for Future« ruft seit Wochen Schüler auf, den Unterricht am Freitag zu schwänzen.
Konkret will die Verwaltung die Aktivisten in die Vorbereitung einer Klimakonferenz einbeziehen, zu der die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am 20. November ins Zeiss-Planetarium eingeladen hat. Wörtlich im Internet: »Ein vielfältiges Workshop- und Diskussionsangebot soll Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften dort bestärken, die Themen Klimaschutz und Klimawandel vertieft auch im Unterricht zu behandeln.« – Bei solchen Sätzen aus einer Bildungsverwaltung wundert einen nichts mehr in Berlin in Sachen Bildung.
Die „Fridays for Future“-Vertreter haben laut Senatsverwaltung dafür plädiert, »dass wissenschaftliche Erkenntnisse zum globalen Klimawandel auch vor Ort in den Schulen noch bekannter werden sollten und zu lokalen Initiativen führen.« Mit anderen Worten: Wissenschaftliche Erkenntnisse oder besser, das, was Schüler aus der 7. bis 12. Klasse dafür halten, sollen in politische Aktionen umgemünzt werden. Oder glaubt jemand ernsthaft, über die angeblichen Erkenntnisse würde ergebnisoffen gesprochen?
Die Senatorin dankte den Aktivisten für »ihr Engagement. Der Klimawandel betrifft uns alle.« Dass die Senatorin, die seit Monaten in der Kritik steht, weil das Bildungsniveau in Berlin immer rapider sinkt, die Schüler auf § 41 des Berliner Schulgesetzes verwiesen hat, in dem eine Schulpflicht verankert ist, darf man bezweifeln. Schwänzen klingt ja auch so gar nicht nach Rechtsbruch, sondern weit eher nach einen verzeihlichen Spaß.
Umgekehrt werden auch die aktivierten Schüler die Senatorin nicht darauf verweisen, dass solche einseitigen politische Aktivitäten in Schulen gegen das Neutralitätsgebot des Staates verstoßen. Warum auch, profitieren die jungen Herrschaften doch von der Staatsnähe ihrer Aktivitäten. Der Senat gründet demnächst ein »Klimabüro« und versorgt es mit 50,000 Euro pro Jahr. Offenbar haben die Aktivisten trotz aller Reden über Konsumverzicht zumindest einen Sinn für Geldquellen entwickelt.
Eine Senatsverwaltung, die die Schule für politische Indoktrination nutzt, Schüler, die in den Schulen Propaganda betreiben – das hat man in Deutschland so unverfroren das letzte Mal in den beiden sozialistischen Staaten gesehen: Der DDR hier und dem Nationalsozialismus dort. Aus guten Gründen wurde das Neutralitätsgebot in Westdeutschland über Jahrzehnte beachtet. Jetzt wird es wohl dem Klimawahn geopfert.


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