Nach dem Spott kommt die Kritik. Und dabei hatte Robert Habeck doch eigentlich Werbung für warme Brötchen am Morgen machen wollen, die er jetzt, als Minister, nicht mehr genießen könne. Die Bäckerinnung hätte sich sicher bedankt.
Doch Habeck behauptete vor laufender Kamera, Bäckereien könnten auch ohne Produkte zu verkaufen ihren Betrieb aufrechterhalten. Originalton: »Ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Branchen einfach erst mal aufhören, zu produzieren. Dann sind die nicht insolvent automatisch, aber sie hören vielleicht auf zu verkaufen.« Dumm daran ist: Die meisten mittelständischen Unternehmen verfügen nicht über die Finanzdecke, um ihren Laden für eine Weile zu schließen.
Habeck, der weder die Pendlerpauschale kennt noch weiß, was die Finanzaufsicht BaFin vom Finanzamt unterscheidet, kann wahrscheinlich auch nicht sagen, was die Innung ist. Aber die weiß wovon sie redet und sie redete Klartext zum Minister:
»Minister Habeck hat damit [mit seiner Äußerung] viele Mittelständler und insbesondere das Bäckerhandwerk aufgebracht«, sagte der Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und ergänzte: »Eine Bäckerei kann nicht einfach für drei Monate schließen und danach weiter laufen. Brotessen wird nicht nachgeholt.« Die Kosten fielen weiter an. »Wir befürchten, dass viele Bäcker aufgeben müssen, wenn es vonseiten der Politik keine spürbare Entlastung gibt.«
Offenbar denken die Bäcker wie viele Bürger: Habeck hat keine Ahnung. »Gern laden wir Herrn Habeck ein«, sagte Schneider, »sich direkt in der Backstube ein Bild von der schwierigen Situation eines mittelständischen Unternehmers zu machen.« Daraus dürfte nichts werden. Denn Habeck kriecht bestimmt nicht vor 9 Uhr aus dem Bett. Und auch dann will er beim Bäcker Brötchen essen und nicht backen.


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