Der syrischen Präsident Assad hat den Vorschlag einer internationalen Schutzzone in Nordsyrien abgelehnt. Eine solche Zone hatte die deutsche Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer kürzlich ins Gespräch gebracht.
Im syrischen Staatsfernsehen begründete Assad seine Ablehnung mit der Sorge, der nördliche Landesteil könne nach einer Internationalisierung dauerhaft von Syrien abgetrennt und das Land damit geteilt werden.
Die Vereinbarung zwischen Russland und der Türkei lobte Assad ausdrücklich als positiven Schritt, weil sie der Internationalisierung einen Riegel vorgeschoben habe und "die Schäden vermindert", zitiert Die Welt. Allerdings gelte das Abkommen nur vorübergehend, es sei "nicht dauerhaft." Er hoffe, es in "naher Zukunft zu befreien."
Für die Zukunft schließt Assad einen Krieg gegen die Türkei nicht aus. Die Türkei habe Syrien so schnell wie möglich wieder zu verlassen. "Wenn er (Erdogan) nicht geht, nachdem wir alle möglichen politischen Maßnahmen ausgeschöpft haben, dann wird es keine andere Wahl als Krieg geben, das ist offensichtlich." Assad bezeichnete Erdogan als "Dieb", der lüge und erpresse.
Mit dieser öffentlich erklärten Ablehnung des deutschen Vorschlags durch Assad ist der Plan endgültig vom Tisch, denn Russland wird Assad auch im UNO-Sicherheitsrat weiter unterstützen. Allerdings deuten sich in dieser Erklärung zukünftige Konflikte an, die den Beteiligten sehr schnell aus den Händen gleiten könnten. Bei einer bewaffneten Auseinandersetzung der Türkei mit Syrien befände sich Ankara in einer strategisch schwierigen Lage.
Einmal mehr wird die politische Klugheit des amerikanischen Strategiewechsels deutlich. Der Nahe und Mittlere Osten ist und bleibt ein Konfliktherd, in dem jede äußere Macht nur verlieren kann, insbesondere dann, wenn sie allein unter moralischen Vorgaben handelt, statt sich um die Realitäten zu kümmern.


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