Der Ministerpräsident von Nordrheinwestfalen, Armin Laschet, CDU, führt in seinem Land ein strenges Corona-Regime. Erst kürzlich wurden Geldbußen für Personen, die sich nicht an die Maskenpflicht halten, drastisch erhöht. Gegen den wirklichen oder auch nur vermeintlichen Sünder Tönnies gab er sich verbissener als der Grüne Habeck. Mit anderen Worten: Die Bürger Nordrheinwestfalens haben in diesen Tagen wenig zu feiern.
Im Freistaat Sachsen wird dagegen am Samstag gefeiert. Vor 30 Jahren erstand der Staat aus den Ruinen des zweiten sozialistischen Staates und wurde wiederbegründet. Die Festveranstaltung soll im Erzgebirgsstadion in Aue stattfinden. 2000 Gäste werden erwartet. Unter ihnen auch der Ministerpräsident von NRW Armin Laschet, CDU.
Zugegeben - in das Stadion passen 16.000 Menschen hinein. Die 2000 Gästen haben Platz genug um sich herum. Die Corona-Regeln werden sich also einhalten lassen. Und zum Glück liegen die Infektionszahlen in Sachsen deutlich unter denen von NRW: 3,6 statt 9,0 zwischen Minden und Heinsberg.
Die SPD ist richtig sauer: "Das kann nicht wahr sein", empört sich ihr Fraktionschef. "Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?" - Ganz sicher nicht glaubwürdiger als ein SPD-Bundespräsident, der sich bei keinem Auftritt an die Maskenpflicht hält.
Zudem ist die Veranstaltung als Signal gedacht, dass in Corona-Zeiten wieder mehr geht. Seit dem 1. September erlaubt Sachsen unter Auflagen wieder Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. "Wir wollen als Staatsregierung aber ein Zeichen setzen, dass Groß- und Sportveranstaltungen nach unserer Corona-Schutzverordnung wieder möglich sind", sagte der sächsische Regierungssprecher. Auch deshalb soll die Sächsische Staatskapelle erstmals in einem Fußballstadion spielen, teilte die sächsische Staatskanzlei zusätzlich mit.
Laschet, der in seinem Bundesland so viel wie möglich beschränkt, um vielleicht der Kanzlerin zu gefallen, ist also nicht wirklich am richtigen Platz. Nicht, weil Laschet sich nicht an die Corona-Regeln hielte. Nein, einfach weil einer, der in seinem Bundesland nach Möglichkeit einschränkt, nicht in ein Land fahren sollte, um dort Freizügigkeit zu genießen.


Add new comment