Zu Beginn der Pandemie hat das Bundesgesundheitsministerium, BMG, 570.000 Schutzmasken bei der Burda GmbH bestellt. An sich nicht erwähnenswert, rückt das Geschäft in trübes Licht, wenn man erfährt, wer für die Burda GmbH die Vertretung in Berlin leitet: Der Ehemann von Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU, Daniel Funke.
Die Meldung ist deshalb brisant, weil in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe von Unions-Politikern bei wenigstens unlauteren Geschäften mit Masken erwischt worden sind; gegen einige laufen Ermittlungsverfahren; es gab auch Hausdurchsuchungen.
Ans Tageslicht ist dieser neuerliche dubiose Maskendeal durch einen Bericht gekommen, den Ministerium von Spahn dem Haushalts- und dem Gesundheitsausschuss des Bundestags zugeschickt hat.
Ein Sprecher des Unternehmens, das vor allem im Medienbereich tätig ist, erklärte: »Der Vorstand der Hubert Burda Media hat dem Gesundheitsministerium im April 2020 angeboten bei der Maskenbeschaffung zu helfen, als die Bundesregierung auf dringender Suche nach Schutzmarken war.« Er ergänzte, der Ehemann von Jens Spahn, Daniel Funke, sei »zu keinem Zeitpunkt über die Transaktion informiert oder involviert« gewesen sein. Eine Provision sei nicht geflossen. Gerade die völlig überhöhten Provisionen für Maskenkäufe hatte andere Unions-Politiker zu Rücktritten und Parteiaustritten genötigt.
Diese Erklärung des Unternehmens steht jedoch im Widerspruch zur Tatsache, dass der Ehemann von Spahn in seiner derzeitigen Position für genau solche Verbindungen zuständig ist. In den Worten eines Sprechers: Daniel Funke soll »Beziehungen zu wichtigen Interessenvertretern aus allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen etablieren und pflegen.« Was läge da näher, als gleich beim Ehemann anzufragen ?
Die Kommentare zu dem erneuten Problemfall waren eindeutig. Der ehemalige Stern-Herausgeber Andreas Petzold schreibt auf Twitter: »Kann sein, dass bei dem #Burda-Maskendeal formal alles korrekt lief. Aber in Wirtschaft und Politik stößt man immer wieder auf dasselbe Phänomen: Hybris und die Aura des Unantastbaren lassen die moralischen Koordinaten verrutschen.« Ein Spötter kommentierte: »Deutschland hat einfach Pech, dass Spahn nicht jemand von Biontech geheiratet hat.«


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