Die Verhältnisse an der Grenze zu Osteuropa gleichen immer mehr den Verhältnissen, wie im Herbst 2015 in Südosteuropa: Allein am vergangenen Wochenende hat es an der polnischen Grenze zu Weißrussland 2.000 Versuche illegaler Grenzübertritt gegeben. In zwei Fällen hätten insgesamt 220 Personen versucht, die Grenze gewaltsam zu überwinden, meldete der Polnische Grenzschutz über Twitter. Der Versuch wurde von polnischen Soldaten vereitelt.
In einer ersten Reaktion wird die Regierung in Warschau ihre Truppen an der Grenze verstärken. Seit dem Sommer hat Polen seine Grenze verstärlt geschützt und ist dabei, einen hunderte Kilometer langen Grenzzaun an seiner östlichen Grenze zu bauen.
Hinter der sich abzeichnenden neuen Flüchtlingskrise steckt zum einen die weißrussische Regierung in Minsk. Sie nutzt die Migranten ähnlich wie die islamistische Regierung in der Türkei als Druckmittel gegen die Regierungen in Mittel- und Westeuropa. Der weißrussische Präsident Lukaschenko hatte erst Ende Mai angekündigt, Migranten nach Europa praktisch durchwinken zu wollen.
Hinter der Krise steckt zugleich auch die westeuropäische Hilfsindustrie, der der Nachschub an Migranten, die über das Mittelmeer oder die Balkanroute in die EU eindringen, nicht groß genug. Ihre Vertreter beklagen, dass Warschau Migranten illegal nach Weißrussland zurückzuweise. Beweise für die Behauptungen gibt es allerdings keine.
Einige der von Osten nach Europa eindringenden Migranten haben es trotz der polnischen Sicherheitsmaßnahmen bis an die deutsch-polnische Grenze geschafft. Die Bundespolizei registriete einen deutlichen Anstieg unerlaubter Einreisen von Personen aus Irak, Syrien und anderen Staaten. In Brandenburg wurden allein am letzten Wochenende 392 illegale Migranten aufgegriffen worden. Eine Woche vorher waren es noch 251 gewesen. Seit Jahresanfang wurden 2603 unerlaubt Grenzübertritte gemeldet, 810 davon allein in der Woche vom 4. bis 10. Oktober. Damit ist auch hier eine exponentielle Zunahme erreicht.


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