Andrea Nahles gehörte zu den Schwergewichten ihrer Partei. Nach dem üblichen Start bei den Jusos, schaffte sie es über den Ministerposten im Ressort Arbeit und Soziales und den Vorsitz der Bundestagsfraktion der SPD in den Chef-Sessel der Partei, die sie von April 2018 bis Juni 2019 führte. Es sah aus, als könne ihr Kindheitswunsch, Hausfrau oder Bundeskanzlerin zu werden, in Erfüllung gehen.
Nach dem bitteren Ende im Juni 2019, wurde es still um die schwerbehinderte Germanistin, deren Magisterarbeit ›Die Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman‹ zusammen ihrem Promotionsversuch ›Funktionsweisen identifikatorischer Lektüre am Beispiel des historischen Romans‹ zu den herausragenden Bemühungen sozialdemokratischer Frauen gehören, akademisches Meriten zu sammeln, ohne sie später wieder abgeben zu müssen.
Jetzt ist die mittlerweile 52-Jährige wieder da: Auf dem Posten des Chefs der Bundesagentur für Arbeit. Ihre Genossen haben sie finanziell nicht hängen gelassen; die SPD bleibt ihrem Ruf, ihre Mitglieder mit Posten zu versorgen, treu. Warum auch nicht; schließlich war es Nahles, die im 2018 die staatliche Parteienfinanzierung von 165 Millionen Euro auf 190 Millionen Euro pro Jahr erhöhen ließ. Da ergibt sich eine Art Schuld.
Für einen Platz in der Regierung hat es zwar nicht mehr gereicht; dennoch ist Nahles nun wieder mehr als Hausfrau. »Es geht immer um eins«, betonte Nahles bei ihrer Antrittsrede: »Die Arbeitslosen und Beschäftigten in Arbeit bringen beziehungsweise halten«.
Weiter sagte Nahles, die in ihrem Leben nie wirklich gearbeitet hat, in Bezug auf migrierte Fachkräfte, die Deutschland womöglich verlassen: »Wenn wir die Menschen hier halten möchten, dürfen wir die gesellschaftliche Integration nicht aus dem Blick verlieren.«
Das zumindest ist der SPD bei Frau Nahles gelungen: Sie bleibt in Deutschland und sie bleibt den Sozialdemokraten erhalten. Auch wenn sie als Chefin der Bundesanstalt für Arbeit schwerlich Kanzlerin werden dürfte. Aber vielleicht wird demnächst im Verteidigungsministerium etwas frei. Im Ringtausch mit Frau Faeser. Noch so eine Genossin, die von der Kanzlerschaft träumt, zur Hausfrau nicht taugt und als Ministerin nur Schaden anrichtet.


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