In ihren Anfängen mag die Gefangenenhilfs-Organisation »Amnesty International« hehre Ziele verfolgt haben – heute ist sie zu einem linken, antisemitischen Klub verkommen. Das macht der 211 Seiten lange Bericht über Israel deutlich, der in dem Satz kulminiert: »Die Organisation ist zu dem Schluss gekommen, dass Israel das internationale Unrecht der Apartheid begangen hat.«
Das israelische Außenministerium reagierte schnell. Gegenüber der Welt betonte ein Sprecher, der Bericht sei voller Fehler. So werden unterschlagen, dass die Palästinenser erst dann nicht mehr nach Israel einreisen durften, nachdem sie zahllose Terroranschläge verübten. Weiter behaupte der Bericht, Israelis arabischer Herkunft wären vor dem Gesetz schlechter gestellt – was schlicht falsch sei und auch nicht belegt werden könne.
Im Zentrum des Bericht aber steht die Behauptung, Israel verfolge seit 1948 das Ziel, ein Apartheidsystem durchzusetzen. Und nur um diese Behauptung und um dieses Wort geht es: »Apartheid«. Also das System der strikten Rassentrennung, wie es in Südafrika bis zur Machtübernahme durch die schwarze Bevölkerungsmehrheit geherrscht hat. Seit jener Zeit steht der Begriff auf einer Stufe mit »Rassismus« und dann ist auch der »Holocaust« nicht mehr weit.
Dass die Fakten in Israel diese Behauptung nicht einmal im Ansatz belegen, stört Amnesty nicht. Die Organisation setzt auf den Effekt der Wiederholung und auf die Wirkung von Worten. Das ist die Masche der Macher von Amnesty International: Israel wird als angeblicher Apartheid-Staat zum Feind der Menschheit gestempelt. Es wird dehumanisiert. Bis zur Auslöschung, mag sie nun von Amnesty gewollt sein oder nicht, ist es dann nicht mehr weit.
Wie immer sprechen die Kritiker des Berichts, die es ja gibt, nur von Anti-Zionismus oder von einer anti-israelischen Haltung. Erst heute morgen heißt es in einem Kommentar in der Welt am Ende: »Amnesty gibt sich der Parteilichkeit in der Gestalt des Antizionismus hin. Antizionismus aber ist nichts anderes als ein gerechtfertigter Antisemitismus.«
Einmal abgesehen von der peinlichen sprachlichen Entgleisung im Schlusssatz, die ich der sprachlichen Ungenauigkeit des Kommentators zuschreiben möchte, und nicht als Postulierung eines Antisemitismus, der gerechtfertigt ist, verstehe stellt sich die Frage: Warum lautet Überschrift zum Kommentar dann nicht: »Amnesty International gibt sich dem Antisemitismus hin«, sondern verharmlosend: »Amnesty International gibt sich dem Antizionismus hin«? – Doch sicherlich nicht, damit wir die Überschrift nehmen können.
Nein, weiterhin wird in der deutschen Öffentlichkeit der Antisemitismus des links-grünen Milieus und seines arabischen Klientel ignoriert oder zumindest verharmlost. Das mag politisch-pragmatische Gründe haben. Aber es liegt sicher auch daran, dass Antisemitismus seit Bestehen linker und grüner Bewegungen Teil dieser Bewegungen ist.


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