Original Play steht in der Kritik

Wurden Missbrauchsfälle an Berliner Kitas vom Rot-Rot-Grünen Senat nicht verfolgt_

Eine relativ neue alternative Pädagogik für den Umgang mit Kindern schlägt hohe Wellen. Sie steht in Verdacht, Kindesmissbrauch zu ermöglichen.

Eine alternative Pädagogik für den Umgang mit Kindern, die seit einiger Zeit in Umlauf ist, schlägt plötzlich hohe Wellen. Sie steht in Verdacht, Kindesmissbrauch zu ermöglichen. Möglicherweise sind Kitas in Berlin-Kreuzberg betroffen.

Die Idee der neuen Pädagogik erklärt der Verein "Original Play Österreich" auf seiner Website. Dabei wird der Begründer mit den Worten "Original Play ist die Kunst, Liebe zu schenken und Liebe zu empfangen" zitiert. Das Programm enthält alle Schlagworte links-grüner Ideologie, beginnend mit "Original Play" sei "gelebte Inklusion" bis zum Hinweis, der Begründer Fred Donaldson habe "in kulturell unterschiedlichen Gemeinschaften, in Flüchtlingslagern, mit Straßenkindern, mit Bandenmitgliedern, mit Manager*innen und in Gefängnissen gespielt." Ein Fünfjähriger wird plakativ mit den Worten zitiert: "Spielen ist, wenn wir nicht wissen, dass wir verschieden sind."

Man merkt: Kinder sollen sich nicht unterscheiden. Es geht um Gleichmacherei. Der Verein bietet laut Berliner-Kurier Workshops an – auch in Berlin. Zwei Tage kosten 210 Euro. Mitte November startet in Berlin-Friedrichshain der nächste.

Nun ist die Pädagogik in die Schlagzeilen geraten, weil die Methoden für die Kinder eine Gefahr darstellen würden. Denn das Spiel sorgt für extremen körperlichen Kontakt. Es ergibt sich eine Nähe, wie sie allenfalls Eltern mit ihren Kinder pflegen, aber niemals Fremde.

Im letzten Jahr soll es in einer evangelischen Kita in Berlin-Kreuzberg zu sexuellen Übergriffen gekommen, andernorts sogar Vergewaltigungen angezeigt worden sein. Nach Aussage eines Vaters habe die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aus Mangel an Beweisen eingestellt. Verschiedene Träger haben mittlerweile ihre Ablehnung der Konzepte von Original Play erklärt. Der für die Kitas verantwortliche Berliner Senat bereitet ein Schreiben zu dem Thema ab alle Kitas vor.

Unklar ist, was genau der Senat von den Vorwürfen aus dem Jahr 2018 gewusst und ob er sich um eine Aufklärung bemüht hat. Denkbar ist, dass die Terminologie von Original Play, die in vielem links-grünen Konzepten entspricht, beim Senat eher Sympathie als Vorsicht erweckte. In jedem Fall erhielten Erzieher aus der in Verdacht geratenen Kita entsprechende Fortbildungen. Eine entsprechende Dringlichkeitsanfrage liegt beim Parlament und wird morgen behandelt.

Sven von Storch

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