Regieren wie in der »DDR« – so oder so ähnlich müssen sich die Stadtväter von Würzburg gedacht haben, als sie das Abspielen eines populären Schlagers verboten haben. Auf dem sogenannten ›Kiliani-Volksfest‹ darf das Lied zumindest nicht mehr offiziell gespielt werden.
»Es wird sichergestellt«, stellt die Stadtverwaltung fest, »dass das Lied künftig nicht mehr gespielt wird«. – Hintergrund: Das Lied wird von vielen Personen als »sexistisch empfunden«. Von wie vielen Personen, verriet die Stadt nicht.
Das Stück, um das es geht, heißt »Layla«. Nein, nicht der good Old Hit von Eric Clapton. DJ Robin & Schürze haben ihre deutsche »Layla« gefunden und die Hörer schossen sie auf Platz 1 der deutschen Singlecharts; da steht sie jetzt seit drei Wochen. Junge Männer und Frauen mögen ihn. Selbst die Junge Union auf ihrer Landestagung abgespielt.
Bis die Sozialdemokraten kamen. Sie stellten ein Video mit den tanzenden und klatschenden Jung-Unionern zusammen und fragten, ob so die »Förderung von Frauen« aussehe. Das sei »blanker Sexismus«. Und wo die Sozialdemokraten sind, da sind auch Verbote nicht weit. Also hat Würzburg »Layla« verboten.
Man muss das Stück nicht mögen. Und Textpassagen wie:
Ich hab' 'n Puff
Und meine Puffmama heißt Layla
Sie ist schöner, jünger, geiler
La-La-La-La-La-La-La-Layla
La-la-la-la, die wunderschöne Layla
Sie ist schöner, jünger, geiler
La-la-la-la, die wunderschöne Layla
La-La-La-La-La-La-La-Layla
La-la-la-la, la-la-la-la-la-la
sind sicher nicht jedermanns Sache. Aber verbieten?
Doch die SPD wünscht sich Zeiten zurück, in denen »Lady Chatterleys Lover« verboten wurde und Oscar Wild als anstößig galt. Oder noch besser: Pseudo-literarische Elaborate von Schwulen, Lesben und Transsexuellen sind erlaubt und werden womöglich demnächst in Schulen verlesen. »Feuchtgebiete« werden von Feministen gefeiert. Aber das Volk soll seine ein klein wenig unanständigen Lieder nicht hören.
Ist ja auch blöd, wenn man einer Partei angehört, die gerade wieder einmal unter die 20-Prozent-Marke sinkt und deren einziges Lied aus den Kehlen der SPD-Kader klingt, als würden sie vorm Willy-Brandt-Haus für Saskia Esken und Nancy Faeser eine Minnelied singen – zwangsweise, versteht sich.
So viel ist sicher: Auf dem ›Kiliani-Volksfest‹ in Würzburg wird ›Layla‹ gesungen. Und gelacht. Über die verbietenden Sozialdemokraten.


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