Am zweiten Tag hintereinander wurde in Wien eine Kundgebung kurdischer, linker Gruppen von rechtsradikalen Türken angegriffen. Mitglieder der ›Grauen Wölfe‹ attackierten Demonstranten im Stadtteil 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Sie setzten Böller ein und warfen auch mit Steinen.
Die linken Aktivisten flüchteten sich daraufhin in das ›Ernst Kirchweger Haus‹ und suchten Schutz bei der dortigen Antifa. Da die Polizei zunächst nicht in die Konfrontation eingriff, kam es zu Auseinandersetzung zwischen Antifa und Grauen Wölfen. Dabei versuchten etwa 200 bis 300 türkische Faschisten in das Gebäude einzudringen.
Laut Polizei ist es zu Sachbeschädigungen gekommen. Ein Polizeisprecher erklärte, die Protestkundgebung sei zunächst friedlich verlaufen. Angriffe auf die Kundgebung wurden verhindert. Für die späteren Attacken machte die Polizei einen Mob aus männlichen türkischen und österreichischen Jugendlichen verantwortliche. Es gab es sechs Festnahmen. Ein Polizist wurde durch einen Steinwurf verletzt und hatte einen gebrochenen Finger.
Wie indymedia berichtet, warfen die Angreifer gezielt Stein, Flaschen und Feuerwerkskörper auf das Haus und versuchten »gewaltsam in das Gebäude einzudringen. Mehrere Fensterscheiben im Erdgeschoss wurden dabei eingeschlagen«, schreibt indymedia. »Nur durch die Solidarität von Antifaschist_innen«, heißt es weiter, »konnte Gröberes verhindert werden.« Schließlich beklagt sich die Antifa: »Die Polizei hingegen blieb über längere Zeit untätig.«
Das ›Ernst Kirchweger Haus‹ ist seit 1990 besetzt und beherbergt zahlreiche linksorientierte Gruppen und Organisationen. Der Name erinnert an einen Kommunisten, der 1965 bei einer linken Demonstration gegen einen Universitätsprofessor tödlich verletzt worden war – das erste Opfer politischer Gewalt in Österreich nach Kriegsende.


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