»Mein Kopf. Mein Tuch«

WDR - Lügenfunk oder Funk für Unwahrheiten_

In einer Dokumentation über fünf Mohammedanerinnen unterschlägt der WDR wesentliche Informationen, obwohl sie den Redakteuren bekannt waren.

»Die gefährlichsten Unwahrheiten«, sagt der Philosoph Georg Christoph Lichtenberg, »sind Wahrheiten mäßig entstellt.« Das bewies der WDR mit einer Sendung »Mein Kopf. Mein Tuch«, in dem fünf Mohammedanerinnen über ihre Erfahrungen beim Tragen eines Kopftuchs in Deutschland berichten durften.

»Sie alle eint«, schreibt der GEZ-Sender auf seiner Internetseite, »die Tatsache, dass es nicht immer leicht ist, wie sie sagen, mit ›diesem Stück Stoff‹ unterwegs zu sein. Sie alle eint aber auch die Überzeugung, dass sich Vorurteile abbauen lassen durch Dialog, Offenheit und Engagement. Fünf Frauen, fünf sehr unterschiedliche Lebenssituationen.«

Gleich die erste Frau mag überraschen: Selcan Başoğul Yaman arbeitet als Selbstverteidigungstrainerin und sagt: »Was mich am meisten an der Kopftuch-Debatte stört ist, dass alle über das Kopftuch reden, aber keiner mit den Frauen, die es tragen!«

Wenn sie das am meisten stört, sollte sie die vierte im Bunde der Kopftuchträgerinnen fragen, woran das liegt, dass niemand mit ihr über ihr Kopftuch redet: Houadia Taraji. Sie ist nicht nur Frauenärztin in Nordrhein-Westfalen mit einer eigene Praxis, sondern war auch über viele Jahre Funktionärin Deutschen Muslimischen Gemeinschaft, DMG, die bis 2018 Islamische Gemeinschaft in Deutschland, IGD, hieß – laut aktuellem Verfassungsschutzbericht »die zentrale Organisation der Muslimbruderschaft in Deutschland«.

Houadia Taraji arbeitet also für Gruppen, deren erklärtes Ziel es ist, die Scharia überall in der Welt einzuführen: Der Islam als religiöses und politisches System. Das Kopftuch als Pflicht. Laut Welt war Taraji nach eigener Darstellung von 2006 bis 2010 Vizepräsidentin und laut Vereinsregister des Amtsgerichts Kölns zwischen 2015 und 2018 Vorstandsmitglied des Vereins. Zudem ist sie Vorstandsmitglied im Zentralrat der Muslime.

Aber es kommt noch besser: Tarajis Ehemann, Almoutaz Tayara, darf in der Kopftuch-Doku beim gemeinsamen Eisessen erzählen, wie er seine Frau kennengelernt hat. Was er nicht erzählt: Bis 2020 war der freundliche Ehemann Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland, ebenfalls mit engen Verbindungen zur islamo-faschistischen Moslembruderschaft. 2014 fiel er durch ein Facebook-Postings auf, in dem er die anti-semitischen Kassam-Brigaden der Hamas glorifizierte.

Dass Tayara in der Kopftuch-Doku über seine islamo-faschistischen Hintergründe schweigt ist das eine und nicht ungewohnt – aber auch der WDR schweigt darüber. Es kommt den Machern nicht etwas nicht in den Sinn, danach zu fragen. Ganz im Gegenteil: Sie wissen davon und lassen diesen Teil der Biographie wissentlich weg.

Auf Nachfrage der Welt schreibt die verantwortliche Redakteurin: »Das Ehepaar Taraji tritt in der Dokumentation ein für eine offene Gesellschaft und zeigt damit keinerlei Verbindung zu Extremismus-Thesen.«

Naivität ? – Wohl kaum.

Hier wird die Wahrheit vom WDR mäßig entstellt. Heraus kommt das Bild eines Islamo-Faschisten und einer Islamo-Faschistin, die im Grunde ganz nett sind. Bei soviel Toleranz gegenüber dem politischen Islam wünschte man sich eine Kopftuch-Doku aus Afghanistan oder dem Iran. Mit Frauen, die das Tuch tragen müssen. Und Wahrheiten, weniger mäßig entstellt.

Lügenfunk WDR ? – Nur, wenn Unwahrheit noch etwas anderes meint als Lüge.

Sven von Storch

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