Vor einem Jahr wurde im westdeutschen Erfststadt die erste Solarstraße eröffnet. Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze war dabei, um die Straße, die in Wirklichkeit nur ein Fahrradweg war, zu eröffnen. Lokalpolitiker und Umweltaktivisten waren begeistert.
Heute, ein Jahr danach, ist von der Euphorie nur noch wenig zu spüren. Der Fahrradweg liegt unter einer schwarzen Plastikplane. Radfahrern wurde die Durchfahrt zur eigenen Sicherheit von der Stadtverwaltung verboten; die Zufahrt zu beiden Seiten gesperrt. Und Strom produziert die Straße schon gar nicht.
Schon im März hatte ein Schwelbrand der Solarstraße ein schlechte Presse gebracht. Die Straße wurde gesperrt. Dem Startup-Unternehmen wurde nach Informationen der NZZ von der Stadtverwaltung "grosszügig Zeit und Perspektiven gegeben, um die Mängelbeseitigungen vorzunehmen". Nachdem mehrere Fristen verstrichen sind, soll die Firma die Straße nunmehr wieder entfernen.
Ein Vertreter des Unternehmens erklärte dagegen, "die Frist war viel zu kurz für den Aufwand, den wir zu bewerkstelligen hatten". Der Brand habe technische Ursachen gehabt, die man gefunden habe. Die Kosten von über einer halben Millionen Euro für 90 Meter Fahrradweg habe der Inverstor alleine aufgebracht. "Das reissen wir nicht einfach ab", hieß es abschließend.
Ähnlich schlechte Erfahrungen wurden aus den USA und Frankreich schon früher gemeldet. Weniger Strom als versprochen und Oberflächen, die schneller verschlissen als angekündigt - Le Monde sprach von einem Fiasko. Und so hink Deutschland nicht nur bei der Umsetzung von Innovationen hinterher, sondern auch bei deren Scheitern.


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