Gemeindemitglieder stehen zu ihrem Bischof

Sachsen_ Mahnwache für Bischof Carsten Rentzing

Am 11. Oktober hatte Bischof Rentzing seinen Rücktritt erklärt. Jetzt erhält er Unterstützung aus den Gemeinden. Gläubige erinnern mit einer Mahnwache an ihren Bischof.

Nachdem der konservative Bischof Carsten Rentzing am 11. Oktober seinen Rücktritt erklärt hat, erhält er nun Unterstützung aus den Gemeinden. Gläubige erinnerten am Montag, den 21. Oktober, mit einer Mahnwache vor dem Landeskirchenamt in Dresden an ihren Bischof.

Der Initiator der Mahnwache, der Dresdner Anwalt Christoph von Mohl, erklärte: »Wir wollen ein Zeichen setzen für einen Neuanfang mit Landesbischof Rentzing.« Auf evengelisch.de wurde Mahnwache in Anführungszeichen gesetzt. Ein deutliches Zeichen der Distanz in einer Kirche, die ansonsten nicht genug Mahnwachen aufstellen kann. Die Kirchenleitung muss den Bischof noch von seinem Amt entbinden.

Auslöser der Mahnwache war ein Disput im Gottesdienst in Ruppersdorf bei Herrnhut am Sonntag zuvor. Einige Gemeindemitglieder hatten zum Gebet für den Landesbischof und seine Familie aufgerufen, woraufhin die anwesende Superintendentin Antje Pech aus Protest die Kirche verließ.

Antje Pech ist nicht irgendwer. Sie wartet zum Beispiel in »Der Sonntag« mit einem Wort zur Woche auf, in dem es heißt: »Zur Zeit gibt es ein Plakat. Darauf ist eine junge Frau zu sehen. Sie sagt: 'Ich könnte auch an nichts glauben und damit glücklich sein. Muss ich aber nicht.'« – Was Pech verschweigt: Der Text stammt von einem Plakat, auf dem der Satz einer Frau mit Kopftuch in den Mund gelegt wird. Wird Frau Pech demnächst womöglich Mohammed statt Luther zitieren ?

Auf die Entscheidung der Landeskirchenleitung hatte die Mahnwache keinen Einfluss. Laut Bildpost hat sie den Rücktritt von Carsten Rentzing am Montagabend »nach langer und intensiver Beratung« angenommen. Damit hat sie allerdings auch für eine weitere Spaltung der Kirche gesorgt. Denn viele Sachsen sind unzufrieden mit einer Kirche, die sich mehr ums Klima kümmert als um Fragen des Glaubens und mehr um Migranten als um die Sorgen ihrer Gemeindemitglieder. Die laufen weiterhin in Scharen davon. Die Zahl derer, die innerhalb der Kirche Widerstand leisten und ihren Standpunkt in Mahnwachen zeigen wird kleiner.

Wie weit die Spaltung reicht, lässt sich schwer sagen. Doch die Erklärung von Synodenpräsident Otto Guse zum Rücktritt Carsten Rentzings lässt Schlimmes befürchten: »Ich bedauere den Rücktritt Rentzings maßlos«, sagte Guse. »Ich habe selten so einen wundervollen Geistlichen erlebt, ich werde mich jederzeit unter die Kanzel setzen, von der er das Wort verkündet.« Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen ist offenbar ärmer geworden. Auch daran hat die Mahnwache in Dresden erinnert.

Sven von Storch

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