Nach einem alten Witz, geht an der Börse kein Geld verloren, sondern es gehört einem anderen. Wenn das stimmt, dann sind in den letzten zwei Tagen eine Menge Leute reicher und eine Menge Leute ärmer geworden. Denn Meta, der Mutterkonzern von facebook, hat in wenigen Stunden an der Börse 25 Prozent seines Wertes verloren. Etwas konkreter: 30 Milliarden Dollar haben den Besitzer gewechselt.
Warum?
Weil zumindest die chinesische Konkurrenz nicht schläft. Was anderen amerikanischen Unternehmen nicht gelang – von europäischen und gar deutschen erst gar nicht zu reden –, das ist das dem vom in Peking ansässigen Unternehmen ByteDance betriebene »TikTok« gelungen. In einem Sturmlauf zieht die vor allem auf Videos basierende Plattform Kunden von Meta und facebook ab.
Der Grund dafür ist buchstäblich leicht zu sehen: Seit Jahren sieht facebook gleich aus. Und das ist tödlich im sogenannten Internetzeitalter. Mark Zuckerberg mag sich wichtig vorkommen, weil die Zensurbehörden vieler Staaten ihn wahlweise anbetteln oder bedrohen. Doch die Kunden sind schon länger auf der Suche nach anderen Wegen. Neukunden hat das Unternehmen im letzten Quartal praktisch keine gewonnen, eine Meldung, die den Crash an der Börse ausgelöst hat.
Und natürlich produzieren die Konkurrenten billiger als Meta. Sonst wären sie überhaupt nicht am Markt. Ein Effekt, den Traditionsunternehmen gut kennen. Sie setzen dann auf die bessere Qualität ihrer Waren. Regelmäßig ausfallende Server sind da sicher nicht das, was der Kunde unter Markenzeichen versteht. Und wenn, dann im schlechtesten Sinne.
Ob Meta den Weg von Netscape geht, also den jenes Unternehmens, das in den 1990er Jahren den ersten populären Internetbrowser anbot und 2003 vom Markt verschwand, oder den von IBM, also jenem Riesen, der bisher jede technische Innovation überstand und gerade mit Quantum-Computing Google Konkurrenz macht, das wird sich zeigen. In jedem Fall wird an diesem Fall deutlich: Ein mit Werbung finanziertes Startup in ein Unternehmen zu verwandeln, das mit technologischen Traditionsunternehmen dauerhaft konkurrieren kann, erfordert mehr als ein abgebrochenes Studium. Kommt es sehr schlimm, kann Zuckerberg bei Kanzler Scholz um einen Ministerposten nachfragen. Die IT hinkt in Deutschland ja noch immer weiter hinter Meta hinterher.


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