Marco Wanderwitz wählt bezeichnende Worte:

Merkels Ostbeauftragter hetzt im SED-Stil weiter gegen Ostdeutsche

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung erklärt, warum die Infektionszahlen in Ostdeutschland so hoch sind. - Ein Kommentar

Dass die Infektionszahlen in Ostdeutschland besonders hoch sind, erklärt der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, CDU, mit dem Kollektivismus der DDR. Seiner Meinung nach stecke im Konflikt zwischen Regierungen und Kritikern der Regierungspolitik »ein Streit über unser Wertesystem«.

Das sagte Wanderwitz in einem Interview mit der Welt. Wie er zu diesem völlig widersinnigen Urteil kommt, beweist einmal mehr, in welcher Filterblase die Regierung Merkel mittlerweile lebt und regiert.

Zunächst beschreibt Wanderwitz wie die Regierung im Jahr 2020 gewirtschaftet habe: Das »Erreichte aus den Jahren der schwarzen Null haben wir mit einem Schlag aufgezehrt«. Abgewirtschaftet ist wohl die treffende Bezeichnung. Immerhin gibt Wanderwitz zu: »Für künftige Generationen und zukünftige Politik ist das eine schwere Hypothek.«

Von der Welt auf die relativ hohen Infektionszahlen in Ostdeutschland angesprochen, liefert der Ostbeauftragte zunächst eine plausible Erklärung: Die Nähe zur tschechischen Grenze. Doch dann wartet der Ostbeauftragte mit einer sowohl absurden als auch perfiden Theorie auf.

»Ein anderer Teil der Bevölkerung war regelrecht renitent«, moniert der im Frühjahr von Kanzlerin Merkel eingesetzte Christdemokrat. »Wenn in sächsischen Städten im AfD-Milieu Menschenketten und Demonstrationen ohne Maske und Abstand veranstaltet werden«, fährt Wanderwitz fort, »sind das Superspreader-Events.«

Das ist zwar virologischer Blödsinn – aber als Beauftragter des Corona-Regimes darf ein Ostbeauftragter sagen, was er will. Zur Klarstellung: Superspreader sind Personen, die deutlich ansteckender sind, als andere Personen. Mit der Bildung von Gruppen hat das herzlich wenig zu tun.

Man mag Wanderwitz den virologischen Blödsinn verzeihen; schließlich ist der Mann Anwalt und nicht Arzt. Nicht zu verzeihen ist jedoch, wenn Merkels Mann für die Ostgebiete wahrheitswidrig behauptet: »Die AfD hat mehrfach dazu aufgerufen, die Hygieneregeln zu missachten« und daraus einen Zusammenhang zu den Infektionsraten strickt. Denn der Zusammenhang zwischen dem Merkel-Lockdown und den Infektionszahlen ist durch nichts belegt. Im Gegenteil: Trotz Lockdown gehen die Infektionszahlen weiter nach oben.

Noch weniger verzeihlich ist dann aber Wanderwitz' Hetze, wenn er über das »Kernklientel der AfD« schwadroniert: »In Gesprächen sagen die teilweise ganz offen, dass sie ihre wirtschaftliche Existenz oder ihre Bewegungsräume nicht für das Überleben von über 80-Jährigen aufs Spiel setzen wollen.« Offenbar braucht man für Hetzreden weder Twitter noch Facebook – ein Welt-Interview reicht vollkommen aus. Sein Mitleid mit den Alten erweist sich vor diesem Hintergrund als das was es ist: geheuchelt.

Dagegen sind die weiteren Ausführungen von Wanderwitz zunächst einmal einfach nur Unfug. Ernsthaft versucht der Ostbeauftragte das in seinen eigenen Worten »renitente« Verhalten vieler Bürger des Freistaats Sachsen mit dem »Kollektivismus der DDR« zu erklären und dieser wiederum sei der Grund für die hohen Fallzahlen im Osten Deutschlands.

Dabei führt Wanderwitz im selben Interview anfänglich stolz aus, dass der »Osten relativ gut durch die erste Corona-Welle gekommen« sei – ohne zu merken, dass er sich gerade selbst widerspricht. Und dass die Zahlen aktuell in Mecklenburg-Vorpommern deutlich unter den bayerischen liegen ficht ihn daher wahrscheinlich nicht an – falls er sie überhaupt kennt. Aber vielleicht hat Wanderwitz ja die absoluten Werte genommen.

Bei soviel Widersinn wundert es nicht, dass es Herrn Wanderwitz völlig entgeht, dass er und seinesgleichen exakt so reden wie die Mächtigen der DDR: Ein Sächsischer Ministerpräsident, der seinen Bürgern im Stil eines Lauterbachs mit »autoritären Maßnahmen« droht; ein Ostbeauftragter, der von »renitenten« Bürgern spricht und ankündigt, unter Umständen »vorübergehend ganze Dörfer, Viertel oder Städte lahmzulegen.«

Das, Herr Wanderwitz, ist lupenreines SED-Vokabular! Es ist die Sprache Ihrer Regierung, Herr Wanderwitz. Und über die denken viele im Osten: Es ist nicht meine Regierung. Denn sie kennen Kollektivismus und Sozialismus und erkennen sie wieder im Corona-Regime. Deshalb sind sie renitent.

Sven von Storch

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