Dass Gesundheitsminister Lauterbach, SPD, von seiner Arbeit als Minister überfordert ist, ahnt er mittlerweile selber. Die Komplexität der Aufgabe hat ihn überrascht. Und nicht nur das: Auch die Komplexität relativ einfacher Studien übermannt ihn momentan.
Was ist geschehen?
In einer Studie verglichen Forscher die Reaktionen von Geimpften mit Impfdurchbrüchen auf die Omikron-Variante. Dazu wurden Blutproben von zweimal oder dreimal mit Biontech geimpft Personen, die nach der Impfung keine Infektion durchgemacht hatten, mit den Blutproben von Personen verglichen, die etwa einen Monat vor der Untersuchung eine Corona-Infektion durchgemacht hatten.
Auch das Ergebnis ist ebenfalls nicht schwer zu verstehen: Die Geimpften mit Impfdurchbrüchen waren besser gegen die Omikron-Variante geschützt. Und das sogar unabhängig vom Impfstoff. Insbesondere nach einem Impfdurchbruch Genesene waren gut gegen die Omikron-Variante geschützt.
Zusammengefasst schreiben die Forscher: »Die Durchbruchsinfektion bei doppelt und dreifach mit Biontech geimpften Personen führt zur Neutralisierung der Kreuzvariante und der Bildung von B-Gedächtniszellen.«
Und was macht der Dauerleser von Studien, Karl Lauterbach, aus diesem Ergebnis? – Er schreibt auf dem Wissenschaftskanal des Ministers, auf Twitter:
»Wichtige Studie von BionTech und @CiesekSandra zeigt, dass eine zukünftige Omicron Impfung auch Schutz gegen andere Varianten geben dürfte. Das ist eine sehr gute Nachricht. Damit käme man einem Ende der Pandemie durch Impfungen einen Schritt näher«
Dumm daran: In der Studie wurde nicht nach der Wirkung der Impfung gefragt, sondern allein nach der Wirkung des Impfdurchbruchs. Das steht sowohl in der Überschrift der Studie als auch in der Zusammenfassung, dem ›Abstract‹. Man muss nur lesen können.
Entsprechend fallen die Reaktionen der Fachleute auf Lauterbachs Zwitschereien bei Twitter aus:
»Diese Aussage ist«, kommentiert Immunologe von der Medizinischen Hochschule Hannover, der zugleich Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie ist, »gelinde gesagt, sehr erstaunlich«.
»Was Herr Lauterbach daraus gemacht hat«, wundert sich Andreas Radbruch, Immunologe vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin, »ist eine bemerkenswerte Fehlinterpretation«. »Erstens geht es um Infektion und nicht um Impfung, und zweitens wird nicht gezeigt, dass die Infektion mit Omikron besser ist als mit Alpha oder Delta, oder eine zusätzliche Impfung.«
Das Schlimmste für Lauterbach: Seine Umdeutung der Studie, also sein Versuch, die Ergebnisse der Studie für seine Impfpflicht zu nutzen, geht nicht nur am Sinn der Studie vorbei – sie liefert sogar genau das Gegenteil von dem, was Lauterbach behauptet. Radbruch: »Lauterbach liegt wahrscheinlich komplett daneben.« Denn eine weitere Studie zeigt, dass ein speziell an Omikron angepasster Booster nach der zweiten Impfung hinsichtlich neuer Varianten »keine größere Immunität oder keinen größeren Schutz« bietet.
Oder für Herrn Minister Lauterbach übersetzt: Ein Impfdurchbruch nach zwei Impfungen schützt besser als eine angepasste Booster-Impfung.
Das aber legt den Schluss nahe, dass die Infektion den besten Schutz bietet. Und eben nicht die Impfung oder Booster-Impfung, wie der SPD-Politiker im Vorfeld der Bundestagsentscheidung zur Zwangsimpfung landauf, landab für über 20.000 € im Monat in allen Talk-Shows verbreitet – statt endlich den Zeitraum des Genesenen-Status wieder auf 180 Tage zu erhöhen.


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