Zu Weihnachten regt sich bekanntlich bei vielen der Geist der Familie. So auch bei Fridays for Future, der Bewegung zur Rettung der Welt. Auf ihrem Twitter-Kanal zwitscherte es: "Wir suchen Sätze, die man sowohl zu Weihnachten als auch im Angesicht der Klimakrise sagen kann." Das sollte wohl einfallsreich klingen. Mit einem Hashtag versehen ging die Aufforderung zu literarischen Ein-Satz-Ergüssen in die Welt der digitalen Klimagemeinschaft : "Also los, los, los!"
Gleich der erste Tweet der Aktivisten machte die ideologische Schlagrichtung deutlich: "Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein?" - Das war ein Satz und es war eine Frage. Antworten hätte es viele gegeben. Weil sie ein Leben lang gearbeitet haben; weil sie älter sind und wahrscheinlich mehr Lebenserfahrung aufweisen können; weil sie einen nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung stellen.
Doch die Klima-Zwitscherer hatten ihre Frage rhetorisch gemeint. Denn statt einer Antwort hieß es: "Die sind doch eh bald nicht mehr dabei" - die Großeltern der Klimaretter. Mit anderen Worten: Wer in absehbarer Zeit oder in einer Zeit, die für 16-jährige Klimaretter absehbar scheint, stirbt, hat kein recht, der Bewegung der Klimaretter reinzureden. Sie haben das Sagen, denn ihnen gehört die Zukunft. Die anderen verschwinden zum Glück bald - sie sind tot.
Die National-Sozialisten ließen Behinderte als nutzloser Esser beseitigen; die Kommunisten brachten und bringen um, wer ihren Vorstellungen von Gesellschaft nicht folgt; Sozialisten wie der Chilene Salvatore Allende war ein Freund der Euthanasie - und die Klimaaktivisten sind froh, wenn alles nicht mehr dabei ist, was ihrer Vorstellung von Klimarettung nicht panisch folgt.
Dieser Geist steckt in jeder dieser Bewegungen, wie sie sich nennen. Sie alle gaben sich als Bewahrer der Welt und am Ende musste man froh sein, wenn jemand die Welt vor ihnen bewahrte. Und in jedem einzelnen Fall verhießen sie gutes und viele glaubten, trotz aller Warnzeichen, an eine ehrliche Absicht. Mag sein, dass es diese in den Anfängen irgendwann einmal gab, so wie Greta Thunberg irgendwann einmal zu Hause wirklich Strom sparen wollte. Aber losgelassen in die politische Welt und durch keine Ehrfurcht vor dem Alter gebremst in ihrem fanatischen Eifer, gleicht eine Bewegung von Aktivisten der nächsten. Wann werden die Bürger das endlich lernen?


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