Zu ›AHA‹ kommt jetzt ›3G‹ und später ›2G‹

Ab Herbst_ Bundesregierung macht Ungeimpfte zu Aussätzigen

Mit immer neuen Beschränkungen der Lebensmöglichkeiten von Ungeimpften toben sich totalitäre Politiker aus.

Wenn ein Vergewaltiger seine Untat vor Gericht schönreden will, dann behauptet er, die Frau oder das Kind hätten ja Nein sagen können. Niemand wäre gezwungen gewesen. Ähnlich macht es jetzt die Bundesregierung bei der Impfpflicht. Ehrlich wäre es, eine Pflicht zur Impfung zu verhängen. Aber diese Regierung ist nicht ehrlich. Sie hat nicht einmal eine Ahnung davon, was Ehrlichkeit überhaupt ist.

Ganz offen sprechen Politiker, Ärzte und Epidemiologen vom »sozialen Druck«, der gegen Bürger aufgebaut werden müsse, die sich nicht impfen lassen wollen – so zum Beispiel vom saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans, CDU oder Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der einen »gewissen gesellschaftlichen Druck« für »nicht verkehrt« hält, damit die, die nicht mitmachen, »ein schlechtes Gewissen bekommen».

Mit anderen Worten: Die Methoden des Mittelalters halten ganz offiziell Eingang in die Politik eines Deutschlands, das immer wieder seinen sozialen, demokratischen Charakter betont und niemanden ausgrenzen will. Jetzt sind Ausgrenzung und Ächtung wieder die Foltermethoden der Wahl und man spürt, mit welcher Lust Schäuble und Konsorten sie nicht nur zeigen, sondern auch anwenden wollen. »So manches wird unbequem für Sie werden, wenn Sie sich nicht impfen lassen,« droht der Ex-Maoist und Grüne Winfried Kretschmann mit Genugtuung.

Diese unmenschlichen Methoden werden unter dem gleichen dubiosen Vorwand eingeführt, der schon vor einem Jahr herhalten musste: »Um das Gesundheitswesen vor einer übermäßigen Belastung und die Personengruppen, die noch nicht geimpft werden können, vor einer möglichen folgenreichen Erkrankung zu schützen«. Dabei hat es bekanntermaßen die Überlastung der Gesundheitssystem niemals gegeben. Und wer heute Ungeimpft ist, gefährdet andere, die bewusst Ungeimpft sind.

Das Bundesgesundheitsministeriums erklärte ohne Belege zu nennen, Impfen und Testen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit einer hohen und damit infektiösen Viruslast einen Raum betreten. Daraus wird dann geschlossen, dass »unabhängig von der Inzidenz« am Herbst 2021 »die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen in ganz Deutschland generell nur unter Einhaltung der 3G-Regel (3G: geimpft, genesen oder getestet) möglich sein.« Die eben noch heilige Inzidenz wird nun ganz abgeschafft und nicht etwa durch einen neuen Richtwert ersetzt, sondern durch die Willkür eines Ministers. Betroffen sind alle gastronomischen Innenbereiche, Hotels, Sport und körpernahe Dienstleistungen sowie Veranstaltungen die drinnen stattfinden oder eine bestimmte Größe überschritten.

Ganz allgemein können gegen Ungeimpfte abhängig von der Impfquote, der Inzidenz und der Rate von Klinikfällen weitergehende Einschränkungen verhängt werden, wie sie bereits bekannt sind: Kontakte, Teilnahme ungeimpfter Personen an Veranstaltungen und in der Gastronomie – das nennt sich dann 2G statt 3G. Dann hilft nicht einmal ein Test, der negativ ausfiel.

Was sich hier andeutet: Ungeimpfte werden systematisch aus dem sozialen Leben gedrängt. In anderen Ländern nennt man das Apartheid. Mit Freiwilligkeit, betont die NZZ, hat das alles nur noch wenig zu tun. Eigentlich muss es aber heißen: Hat es nichts mehr zu tun. Und wer von einem »Impfangebot« redet, das die Ungeimpften annehmen könnten oder auch nicht, der ist ein ebensolcher Lügner, wie der Vergewaltiger, der vor Gericht behauptet, seine Opfer hätten doch Nein sagen können.

Sven von Storch

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