Die Corona-Krise nähert sich ihrem Ende, haben sich BionTech-Gründer Ugur Sahin und Frau Özlem Türeci wohl gedacht und daher Pläne für die Zukunft geschmiedet. Die liegt in den nächsten Monaten und wenn »Angstminister« Lauterbach weiter die große Linie bestimmt, zwar auch in Europa. Aber besser man sorgt in guten Zeiten vor für die schlechten.
Daher haben die beiden BionTech-Gründer und Vorzeige-Migranten ihr Konzept zum Export ihrer Impfstoffe nach Afrika vorgestellt. Es werde keine feste Produktionsanlage irgendwo auf dem schwarzen Kontinent gebaut, sondern nun geht BionTech mobil. Gestern war in Marburg der Tag der Vorstellung: Jede mobile Anlage besteht aus zwei Modulen aus jeweils sechs Containern. In ihnen wird der mRNA-Impfstoffe hergestellt. Beide Module brauchen 800 Quadratmeter Platz. 50 Millionen Dosen will BionTech pro Jahr produzieren.
Klar, dass das Ehepaar Sahin gleich drei Präsidenten zur Vorstellung ihrer mobilen Impfstoff-Anlage als Gäste begrüßte. Paul Kagame aus Ruanda, Nana Akufo-Addo aus Ghana und Macky Sall aus dem Senegal waren zugegen. Zu ihnen gesellte sich der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, und, schließlich muss ja am Ende jemand die nötigen Steuergelder besorgen, Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze, SPD.
Und so waren auch alle anwesenden Politiker zufrieden. Akufo-Addo sprach »bedeutsamen Tag für Mutter Afrika«; WHO-Generaldirektor Tedros begrüßte die Initiative von BionTech »als Ergänzung des WHO-Hubs« für den Transfer von mRNA-Technologie; EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte aus der Ferne die Initiative von BionTech einen »echten Wegbereiter in unserem globalen Kampf gegen die Pandemie«; und Ministerpräsidentin Malu Dreyer, SPD, hatte schon am Vortag erklärt: »Für einen Ausweg aus der aktuellen Pandemie ist der Zugang aller Menschen zu Impfstoffen zentral«.
Nur »Ärzte ohne Grenzen« maulte rum. Ja, die Produktion sei richtig. Aber es geht nicht schnell genug. »So viel Zeit haben wir in der fortschreitenden Pandemie nicht«, heißt es. Ein Technologietransfer nach Afrika sei notwendig. Eine Antwort von BionTech steht aus. Man will schließlich alleine loslegen und endlich auch in Afrika mit Impfungen kräftig verdienen.
Und wer in Afrika braucht Impfungen gegen Corona? – Zur Erinnerung: Die in Ruanda hat sich in den letzten Tagen eine Person von 100.000 angesteckt, was einer 7-Tage-Inzidenz von 1,0 entspricht; der Senegal verzeichnet mit 1,1 einen etwas höheren Wert und Ghana liegt mit 1,3 an der Spitze. Es ist, als wolle BionTech die sprichwörtlichen Kühlschränke an den Nordpol exportieren. Was aber nichts macht, denn wer die Rechnung von BionTech bezahlt, kann sich wohl jeder ausrechnen.


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