Er hat es getan! Er, Patrick Moster, hat es beim Zeitfahren der Männer tatsächlich getan! Er, der Leistungssportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, hat gesagt: »Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber! Komm!«
Hätte er doch bloß »Couchkartoffel« gesagt; oder »Wurstmacher«, »Spagettis«, »Krauts« oder »Sauerkrauts«; hätte er »Langnasen«, »perfides Albion« – ja, auch für Historiker ist etwas dabei –, hätte er »Knödelfresser«, »Pommesfresser« oder »Froschschenkelfresser«; hätte er »Froschauge«, »Schweinepriester« oder »Du Schweinehirt, ich...«, hätte er »Tulpenknicker«, »Luschen« oder »Penner« gesagt. – Dann hätte wohl keiner etwas gemerkt; die Presse hätte geschwiegen, so wie sie zum Rassismus eines algerischen Sportlers schwieg, der sich weigerte, gegen einen Juden zu kämpfen.
Hätte, wennste,...
»Hätte der Hunde nicht geschissen, dann hätt er den Hasen gekriegt«, pflegte Großvater zu sagen. Doch Patrick Moster vom BDR hat »Kameltreiber« gesagt oder, um im Bild zu bleiben, er hat geschissen. Und wer das als Deutscher so etwas macht, der erlebt, was im Internet ein... – aber lassen wir das.
Sonderlich gewirkt hat der Ansporn nicht. Zwar hat Niklas Arndt die »Kameltreibenden« aus Algerien und Somalia überholt; aber es reichte nur für den 19.Platz gleich hinter Maciej Bodnar aus Polen und Remi Cavagna aus Frankreich, dem Land der... – aber lassen wir das.
Erst wenn der BDR, der Bund Deutscher Radfahrer, sich nun selbstanzeigend umbenennt in Bund Deutscher Rassisten und beim IOC eine neue Sportart beantragt: den Betroffenheitsstabhochsprung; erst dann ist wieder alles in Ordnung. Dann wird Deutschland auch wieder eine Goldmedaille mehr für sich verbuchen – bei der Behindertenolympiade.


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