Vertraut man Forsa, dann wird der Wähler die Freidemokraten für die Wahl ihres Ministerpräsidenten mit Hilfe der AfD bei den nächsten Wahlen bestrafen. Laut Welt sanken die Zustimmungswerte für die FDP im Bund kurz nach der Wahl Kemmerichs auf 5 Prozent. Die CDU bliebt bei 28 Prozent stabil, Linke und SPD legten jeweils 2 Prozent zu, die Grünen dagegen nur 1 Prozentpunkte zu. Die AfD, ja die AfD sah Forsa bei 9 Prozent. Zuletzt war die AfD kurz vor den Wahlen 2017 so schlecht – und erreichte dann über 12 Prozent.
Wie anders bei Emnid. Die FDP verlor lediglich 1 Prozent, die AfD legte auf 15 Prozent zu. Linke und SPD bleibt auf ihren alten Werten und die Grünen verlieren 1 Prozent.
Bei INSA schließlich geht es mit der SPD weiter bergab. CDU und Linke gewinnen und AfD bleibt stabil. DSie Freidemokraten verlieren nur leicht.
Außer bei Forsa ist also von einer starken statistischen Schwankung herzlich wenig zu merken. Und das Institut des SPD-Recken Güllner behauptet diesen starken Verlust bei der FDP auch nur bei einer Blitzumfrage ermittelt zu haben. Bei den Zahlen, die es für www.wahlrecht.de einreicht, ergibt sich gleichfalls keine starke Schwankung.
Man sieht: Hier findet jeder, was er gerade braucht. Was die Journallie jedoch ständig vergisst: Aktuellere Zahlen gibt es nur, wenn man die Institute vergleicht. Das Datum spielt keine Rolle. Wenn Forsa also einen Tag nach INSA Zahlen in die Medien pumpt, dann sind das keine aktuelleren und damit womöglich besseren Werte, sondern es sind und bleiben die aktuelleren Werte von Forsa. Sie sind mit den Werten von INSA nicht zu vergleichen, schon weil Forsa zum Beispiel in Thüringen seit Jahren keine Wahlumfragen mehr durchgeführt hat.
Apropos Thüringen: Hier ist die CDU bei Infratest und bei Forsa auf 13 Prozent bzw. 12 Prozent eingebrochen. Die Linke - oder sollte man sagen Bodo Ramelow ? – hat bei beiden deutlich gewonnen. Und die AfD bleibt stabil bei 24 Prozent.
Nur bei den Grünen sieht Forsa einen Anstieg auf 7 Prozent, den Infratest nicht sieht. Da sitzen die Grünen mit 5 Prozent knapp im Parlament.
Was die Umfragen nicht verraten: Was die Zahlen bedeuten. Die starken Verluste der CDU könnten das Resultat der Wahl von Kemmerich sein. Die starken Verluste der FDP deuten in eine ähnliche Richtung. Und das will Forsa wohl auch vermitteln. Nur: Wer sagt, dasss es nicht tatsächlich der Putsch durch die Berliner Zentrale war, den die Wähler hier abstrafen wollen ? Und dass diese Bürger Forsa erklären, demnächst die Alternative für Deutschland zu wählen, glaubt doch nicht einmal der Chef von Forsa.
Die Wahrheit liegt in der Wahlurne. Die Zahlen einiger Institute sind nichts weiter als professionelle Mittel der Propaganda.


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