Mit Statistik lügen, gehört zu den leichten Übungen von Instituten und Politikern. Aber selbst Kriminalstatistiken können Daten verbreiten, deren Wahrheitswert eher gering ist. Ein geradezu skandalöses Beispiel ist die Rubrik »antisemitische Straftat«. Immer dann, wenn der Täter nicht ausdrücklich als links oder islamisch erkennbar ist, wird die Tat als rechts eingeordnet. Der Ruf »Juden raus« zählt als antisemitische Straftat mit rechtem Hintergrund, auch wenn der Täter ein Sympathisant der Hamas oder der Antifa ist.
Der Innenminister von Baden–Württemberg, Strobl, will das nun ändern und entsprechende Vorschläge bei der ab heute in Leipzig tagenden Innenministerkonferenz einbringen. »Wir brauchen eine aussagekräftige Statistik – nur dann können wir mit Präventionsmaßnahmen und mit den Mitteln des Strafrechts zielgenau ansetzen«, sagte Thomas Strobl laut Stuttgarter Nachrichten. In Baden–Württemberg wurde die Erfassung bereits entsprechend geändert. Zuvor waren im Jahr 2017 zehn Prozent der antisemitischen Straftaten »rechts« zugeordnet, obgleich die politische Motivation des Täters unbekannt war. Die Gesamtzahl antisemitischer Straftaten ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent gestiegen.
Mit Widerstand gegen diese Änderung ist von linker und grüner Seite zu rechnen. Dort gehört es zu den erfolgreichsten demagogischen Mitteln, Antisemitismus als prinzipiell rechts einzustufen. Dabei lehrt die Geschichte, dass Antisemitismus ebenso auch von links kommt. Von den antisemitischen Hetztiraden der KPD in der Weimarer Republik – »Tretet die Judenkapitalisten nieder, hängt sie an die Laterne, zertrampelt sie« – führt ein gerader Weg über die Säuberungen der SED von jüdischen Mitgliedern Anfang der 1950er Jahre zu den antisemitischen Anschlägen gegen Synagogen und jüdische Gemeindehäuser in den 1970er Jahren durch linke Terroristen und den Waffenlieferungen der DDR an die arabischen Staaten. Heutige anti–israelische Initiativen sind ebenfalls fast durchgehend antisemitisch motiviert.
Und nicht nur das linke politische Spektrum leugnet seinen Antisemitismus. Der moslemische Antisemitismus wird gleichfalls mit allen Tricks kleiner geredet als er tatsächlich ist. So weist die Kriminalitätsstatistik 2017 zwar in 94 Prozent der Fälle auf eine rechte Täterschaft – dagegen berichten attackierte Juden von überwiegend arabischen bzw. moslemischen Tätern.
Die vom CDU–Innenminister vorgeschlagene Änderung ist also dringend nötig, um dieser Lüge mit Statistik ein Ende zu bereiten. Es gehört zu den ideologischen Herzstücken linker und grüner ideologischer Macht, sich in Deutschland unter Hinweis auf den Holocaust gleichsam als Verteidiger deutscher Juden aufzuspielen. Tatsächlich weisen ihre Haltung zu Israel, dem Iran oder überhaupt zur Massenmigration aus moslemischen Ländern in eine ganz andere Richtung. Und eine objektive Kriminalitätsstatistik könnte das durchaus belegen.


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