Vier namhafte Forscher fragen bei BionTech nach:

Ist der Impfstoff von BionTech womöglich verunreinigt, Herr Ugur Sahin_

Nach über 12 Monaten Massenimpfung wird zum ersten mal nach der Qualität der Produktion bei BionTech gefragt.

Biontech bekommt demnächst Post. Nicht von Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit einer neuen Bestellung von Millionen weiterer Boosterimpfungen, sondern von vier Wissenschaftlern: Jörg Matysik, Professor für Analytische Chemie an der Universität Leipzig; Gerald Dyker, Professor für Organische Chemie an der Ruhr-Universität Bochum; Andreas Schnepf, Professor für Anorganische Chemie an der Universität Tübingen und Martin Winkler, Professor Materials and Process Engineering an der Zürcher Hochschule der angewandten Wissenschaften.

Die vier haben, berichtet die Berliner Zeitung, nicht nur grundlegende Zweifel an der mRNA-Technologe als Impfstoff gegen Corona. Die haben sie auch und kommen daher zu dem Schluss: »Wir haben als Chemiker nicht den Eindruck, dass man dieses Produkt zur Zeit als Massenimpfstoff einsetzen kann.«

Darüber hinaus zweifeln sie auch an der Qualität der Produktionsanlagen von BionTech. Sie haben den Beipackzettel des Impfstoffs genauer gelesen. Und wo der Normalverbraucher schon froh, das es überhaupt einen gibt, haben die Forscher Unstimmigkeiten entdeckt. Zunächst zitieren sie aus dem Beipackzettel: »Der Impfstoff ist eine weiße bis grauweiße Dispersion« – um dann nachzuhaken: »Wie kommt dieser signifikante Farbunterschied zu Stande«? Denn, so die Forscher weiter, »so gut wie alle verwendeten Substanzen sind farblos, sodass weiß zu erwarten wäre.« »Woher kommt der Grauton?« wollen die vier wissen: »Sind dies Verunreinigungen?«

»Es kann schon sein, dass eine Pille, eine Flüssigkeit oder eine Dispersion gefärbt ist«, erläutert Andreas Schnepf. Allerdings entsteht in diesem Prozess kein »verdünntes Schwarz«, also Grau. »Bei einer Pille, die nicht weiß ist, besteht der Verdacht, dass da etwas schiefgelaufen ist. Wir brauchen hier Aufklärung von BionTech.«

Nach dieser Eröffnung, auf die auch ein nachdenklicher Zeitgenosse noch hätte kommen können, geht es ans Eingemachte: Die Qualitätskontrolle. Die neue mRNA-Technologie bereitet nach Überzeugung der Chemiker »große Schwierigkeiten«. »Wir sind als Wissenschaftler sehr interessiert«, formulieren die Wissenschaftler wohl bewusst zurückhaltend, »von BionTech zu erfahren, welche Methoden bei BionTech verwendet werden.« Ja, sie geben sich neugierig, wenn sie schreiben: »Wir haben in der Kollegenschaft diskutiert und konnten bisher keine Ansatzpunkte finden, wie man die Qualität bei der mRNA-Technologie für ein so großes Volumen eines Produkts sichern kann.« Im Detail: »Wie wird eine einheitliche Produktqualität sichergestellt« – Wie »können Sie sicherstellen, dass und in welchem Maße die zu verpackende mRNA in den Lipid-Nanopartikeln vorhanden ist?« – »Wie wird weiterhin die Konzentration an mRNA-Wirkstoff in den einzelnen Chargen kontrolliert« – Und »wie die Konzentration an Wirkstoff in den Lipid-Nanopartikeln im Verhältnis zu demjenigen außerhalb der Partikel?«

Überhaupt die Lipid-Nanopartikel. Sie werden in dem Impfstoff verwendet. Doch zu ihrer Herstellung werden Komponenten verwendet, die »nicht direkt zur Anwendung am oder im menschlichen Körper zugelassen« sind. Sie reizen »sowohl Augen als auch Haut oder Schleimhaut«. Andreas Schnepf von der Universität Tübingen fragt nach: »Wenn es die Augen oder die Haut reizen kann, wie sieht es dann mit dem Verhältnis zum Gewebe aus?« – Und verlangt Klarheit.

Sein Kollege Jörg Matysik von der Universität Leipzig legt geschickt nach. Der Prozess, »diese komplexe Mischung überhaupt stabil zu bekommen« ist bei Lipid-Partikeln ein sehr komplexer Vorgang« »Eine Steuerung ist sehr schwierig.« Allerdings geht Matysik dann nicht den Prozess selber an, sondern die Kontrolle. »Gibt es hier aktuell laufende oder geplante Studien um den Verbleib der Substanzen, die ja nur als Zusatzstoffe verwendet werden, nach der Anwendung zu lokalisieren? Gibt es weiterhin geplante oder laufende Studien zur Ermittlung der toxikologischen Effekte der Substanzen oder ihrer biologischen Abbauprodukte?« – Muss man vermuten, dass BionTech so mit der Produktion von Impfstoff beschäftigt ist, dass für Studien zur Produktionsqualität keine Zeit bleibt?

Im anschließenden Abschnitt des Briefes an BionTech sprechen die vier Wissenschaftler die Nebenwirkungen der Impfstoffe an. Ein kaum beachtetes Phänomen beunruhigt die Forscher besonders: Bei unterschiedlichen Chargen traten Nebenwirkungen in unterschiedlichen Stärken und teilweise überhaupt ganz andere Nebenwirkungen auf. »Einige Nebenwirkungen treten schnell nach der Impfung auf und zwar deutlich schneller als man das erwarten würde, wenn dies mit der Bildung des Spike-Protein zusammenhinge.« »Das darf eigentlich nicht sein«, monieren die Absender des Briefes, »denn es muss in allen Dosen dasselbe drinnen sein.«

Dass so etwas passieren kann bei dem Druck, unter dem das Unternehmen stehe, ist verständlich; aber, ergänzt Schnepf, »«nicht tolerierbar«. Weiter fragen die Forscher: »Wie lässt sich dieser Umstand erklären«? – Was »unterscheidet diese Chargen von den anderen«? – Sind »Bestrebungen im Gange, diesen wichtigen Aspekt näher zu untersuchen, vor allem auch in Bezug auf die Qualitätssicherung?« – »Gibt es oder sind klinische Studien geplant, den Nebenwirkungen und ihren Ursachen nachzugehen sowie die Sicherheit der neuen Covid-Impfstoffe zu erhöhen?«

Das sind allesamt hochinteressante Fragen! Fragen, die dringend gestellt werden müssen. – Doch zu diesen Fragen kommt noch eine hinzu: Haben die staatlichen Organe, die für die Kontrolle zuständig sind, haben das Robert-Koch-Institut oder das Paul-Ehrlich-Institut, haben sie auch nur ein einziges mal in den vergangenen 18 Monaten bei BionTech angeklopft und genau diese Fragen gestellt? – Vermutlich nicht. Dort war man mehr mit der Begründung der Impfpflicht beschäftigt. Nur so wird noch mehr Impfstoff verkauft.

Sven von Storch

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