Ein Blick in die Zukunft des Impfstaats

Impfungen_ Wie viele sind genug_

Einige Länder haben begonnen, eine dritte Impfung zu verspritzen. Israel sogar schon bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahre. – Eine Glosse

Noch haben in Deutschland fast 40 Prozent der Bevölkerung keine Impfung erhalten und zögern, sich impfen zu lassen – da hat bereits die dritte Runde begonnen. Zwei Impfungen genügen, anders als Gesundheitsminister Jens Spahn und Covid-Heulboje Karl Lauterbach den Bürgern weismachen wollen, keineswegs, um auch nur für einen etwas längeren Zeitraum vor Corona sicher zu sein. So verliert der Impfstoff von Biontech alle zwei Monate 6 Prozent seiner Wirksamkeit. Nach zwei Jahren schützt er nur noch zur Hälfte.

Also kommt die sogenannte Booster-Impfung ins Spiel; die dritte Impfung. Doch was sich anhört wie ein Beschleuniger einer Rakete in den Orbit ist in Wirklichkeit nur eine Auffrischung bis zum nächsten Termin. Wann der ist ?

Israel beginnt gerade mit der dritten Durchimpfung – keine neun Monate, nachdem das Land mit der ersten Impfung begann. Um es deutlich zu sagen: Zwei Impfungen reichen für etwas mehr als vier Monate aus. Dann wird die nächste Runde beginnen; besser: Sie hat schon begonnen.

Anfang des nächsten Jahres heißt es dann wieder: Eine Booster-Impfung wird nötig. Und im nächsten Frühjahr die nächste. Und so weiter durch die folgenden Jahre. Und das mit einem Impfstoff, der weiterhin nur eine Notfallzulassung genießt.

Und bei jedem weiteren Pieks wird den Geimpften eingeimpft, es handele sich um eine Ergänzung zur ersten Impfung oder auch zu den ersten beiden; oder zur dritten. Die Booster zwischendurch – die Booster der Booster sozusagen – werden nicht mitgerechnet. Denn: Der letzte Booster ist immer der beste. Hauptsache es geht mehrstufig weiter.

Interessant werden dann die Kontrollregeln werden. Wenn es bisher heißt 3G und damit gemeint ist: geimpft, genesen, getestet, dann wird es ab nächsten März heißen müssen: 3G für dreimal geimpft. Wer nur zweimal geimpft worden ist, muss draußen bleiben bei den üblen Figuren, die nur einmal geimpft worden sind. Von den Ungeimpften will man gar nicht erst reden.

Damit aber stellen sich völlig neue Fragen für das Impfregime der nächsten Regierung: Wird es Gastwirten in Hamburg in Zukunft erlaubt sein, nur noch viermal geimpfte in ihre Kaschemme zu lassen ? Dürfen sie Paaren den Zutritt verweigern, von denen ein Partner erst drei-, der andere aber viermal geimpft worden ist ? Wie sieht es auf den Parkbänken aus: Darf dort nur noch sitzen, wer die letzte Impfung erhielt ?

Was ist im Reiseverkehr ? – Gibt es in Fernzügen nach den von der neuen Regierung sofort aufgegriffenen Plänen der Ex-Kanzlerin Angela Merkel eine neue Klasseneinteilung in den Waggons mit 2G, 3G und 4G-Abteilen ? Speisewagen, die eine 5. Impfung servieren ? Und gedeckten Güterwagen, die sich noch immer nicht impfen lassen ?

Was ist, wenn sich ein 3G-Mann mit einer 2G-Frau trifft ? Was ist, wenn sie sich paaren ?? Muss nicht der Tatbestand der »Impfschande« her ? Wird der nächste Gesundheitsminister Gesetze erlassen, die verpflichtend erklären, dass nur Männer und Frauen mit gleicher Anzahl Impfungen heiraten dürfen ? Was ist, wenn die zwar frisch vermählten, aber nicht passend geimpften gemeinsame Kinder bekommen ? Handelt es sich um dreieinhalb Geimpften mit wiederum anderen Rechten ?

Und Vorsicht! Wer vor 15 Monaten beschrieben hätte, was heute passiert, wäre ausgelacht worden. Impfung ist eine patriotische Pflicht und das Schulterklopfen erhält eine völlig neue Bedeutung. Auf lange Sicht wird das schon wirken. Wer im Supermarkt nicht mehr einkaufen kann, den tröstet keine Dauerkarte auf den Rängen des HSV – dem letzten Ort, an Ungeimpfte dann unter sich sind.

Sven von Storch

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