Im Auftrag der Welt hatte Infratest-Dimap in Deutschland gefragt, was die Bürger vom Genderstern halten und vom Binnen-I und von Unterstrichen in Wörtern, um ihnen zusätzlich einen weiblichen Ausdruck zu verleihen. Nicht viel, war die Antwort. 56 Prozent lehnen sie ab. Nur etwa ein Drittel der Befragten ist teilweise oder gänzlich dafür, journalistische und literarische Texte derart zu verändern. Sogar eine Mehrheit der Frauen ist dagegen, schreibt Die Welt.
Damit bestätigt sich ein Trend, der in Redaktionen und unter Schriftstellern zu erkennen ist. Selbst in Redaktionen der Mainstream-Presse scheinen die diktatorischen Maßnahmen diverser Links-Grüner kommunaler Regierungen schlecht bis gar nicht anzukommen. Aus der ›Zeit‹ berichtet Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, dass in dem Blatt zwar über das Thema diskutiert würde – allerdings vornehmlich innerhalb der Journalisten. »Von unseren durchaus kritikfreudigen Leserinnen und Lesern«, erzählt Lorenzo, »hat sich nach meiner Erinnerung in 16 Jahren noch niemand darüber beschwert, dass wir nicht gendern.« In der Regel beklagten sich die Leser, falls ein Gastautor Gendersternchen verwendet. Dabei hat die ›Zeit‹ einen überdurchschnittlich hohen Anteil an weiblichen Lesern.
Die Schriftstellerin Monika Maron ist ebenfalls gegen den, wie sie es sagt, ›Gender-Unfug‹. Die von ihr 2019 ins Leben gerufene Initiative fand 75.000 Unterzeichner. Die, wie sie es nennt, »politische Bereinigung der Sprache« ist »ideologische Anmaßung, die nur Leute mit Hoheitsgewalt durchsetzen können: in Behörden, Rathäusern, Universitäten, öffentlich-rechtlichen Sendern«.
Jetzt zeigt sich: Auch in der Bevölkerung finden sie keine Mehrheit.


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