Gespräche mit Unterstützern anti-jüdischer Boykotte abgesagt

›Documenta‹ wird zur Plattform von Antisemiten

Ein Gespräch mit Unterstützern der anti-israelischen Boykott-Bewegung BDS wurde abgesagt.

Die Kunstausstellung ›Documenta‹ war immer auch eine politische Veranstaltung. Weil moderne Künstler immer auch politisch sein möchten. Mal subtil, mal platt. Für die in diesem Jahr vom 18. Juni bis 25. September stattfindende Veranstaltung ist das den Künstlern und Organisatoren auch auf ganzer Linie gelungen. Denn viele von ihnen unterstützen die vom Bundestag im Jahre 2019 als »anti-semitisch« eingestufte Boykott-Bewegung BDS, die durch den Aufruf, keine israelischen Waren zu kaufen, an Aktionen aus national-sozialistischen Zeiten anknüpft.

Im Vorfeld der ›Documenta‹ versuchte Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Grüne daher ein Gespräch zu organisieren. Titel: ›We need to talk!‹ – ›Wir müssen reden!‹ Eine aus der Psychobewegung entlehnte Formulierung, die Gesprächsbedarf anmelden soll. Miteinander sprechen sollten Vertreter der Jüdischen Gemeinde Deutschland und der Veranstalter der ›Documenta‹. Das erste Mal am 8. und danach am 15. und 22. Mai.

Diese Gesprächsreihe ist nun mangels Teilnehmer geplatzt. Die Organisatoren sprechen auf ihrer knalligen Website von »ist ausgesetzt«. Man hofft dort wohl weiter, angesichts von »wachsendem Antisemitismus, Rassismus und zunehmender Islamophobie« einen Abend mit Unterstützern antisemitischer Aktionen verbringen zu können.

Wie ein solcher Abend aussehen würde, kann man sich denken. Mit Claudia Roth, die im Bundestag gegen die Resolution gestimmt hatte, als Vertreterin einer in Teilen antisemitischen Partei und unter dem Stichwort »Islamophobie« dürften die mittlerweile alltäglichen Übergriffe von Moslems auf Juden kein Thema sein. Denn wer als türkischer oder arabischer Migrant in Deutschland »Scheißjude« ruft, genießt eine Form von strafrechtlichem Artenschutz, von der Rechtsradikale nur träumen können.

Die Geschäftsführerin der Documenta, Sabine Schormann, interessiert sich ohnehin nicht für die antisemitische Problematik. Und Christian Geselle, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Documenta, spielt die Kunstfreiheit gegen Versuche aus, antisemitische Aktionen öffentlich zu diskutieren und unter Umständen zu verhindern. Auch der Sozialdemokrat hat kein Interesse über lupenreinen moslemischen Antisemitismus Gespräche zu führen.

Und so dürfen im Jahr 2022, weit über 70 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus, Künstler, die eine offen antisemitische Bewegung unterstützen, mitten in Deutschland ihre Werke verbreiten.

Sven von Storch

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