Die Energiewende ist im Kern die Umstellung der Wirtschaft auf Strom. Zugleich wird bei der Stromerzeugung möglichst nichts verwendet, was den Treibhauseffekt weiter verstärkt. Soweit die Theorie.
Im täglichen Kampf gegen den Klima–Wandel geraten die Klima–Retter jedoch immer wieder in die Mühlen der Realität. Zuerst weht der Wind – wenn er denn überhaupt weht – da, wo man ihn nicht braucht: An der Küste. Dann fehlen die Trassen, die den erzeugten Strom Richtung Süden transferieren. Und nun das: Am Ende der Trassen, wenn er der Strom auf eine brauchbare Spannung umgespannt wird, sitzt der Beelzebub mit dem Namen Schwefelhexafluorid, oder kurz: SF6.
Denn damit beim Umspannen alles sozusagen spannungslos, sprich gefahrlos, bleibt, werden die Leitungen mit SF6 gefüllt. So isoliert das Gas und unterbindet, dass Lichtbögen und Kurzschlüsse auftreten. SF6 ist ungiftig, unbrennbar und es schießt auch keine Löcher in die Ozonschicht. Ja, es hat sich laut Siemens über Jahrzehnte bewährt und »die Integration erneuerbarer Energien ermöglicht«.
Aber Schwefelhexafluorid ist ein Treibhausgas. Und nicht irgendeines. Es ist das stärkste bekannte Treibhausgas der Welt mit einer schädlichen Wirkung, die den Medienstar CO2 laut Umweltbundesamt um das 23.500-fache übertrifft. In einem Jahr wird das Äquivalent zum C02 Ausstoß von 1,3 Millionen Autos in die Atmosphäre geblasen.
Ja, die Verwendung von SF6 wurde schon 2007 verboten. Mit einer Ausnahme: In den Schaltanlagen von Umspannwerken wurde es weiter verwendet. Und wenn jetzt bei der Energiewende fast ausnahmslos auf Strom gesetzt wird, verwandelt sich diese Ausnahme in eine klimaschadende Regel.
Natürlich gibt es einen Ersatz. Aber der braucht seine Zeit, bis er technisch ausgereift ist. Und so führt die Umstellung auf Stromerzeugung mit Windkraft zur Produktion von immer mehr SF6. Seit 2014 steigen die Emissionen in der EU und auch in Deutschland deutlich an. Und das, nachdem sie bis 2007, nach einem Höchststand 1996, gesunken waren. Und wie zur Abrundung hat SF6 noch eine weitere Eigenschaft an sich, die es nicht mit CO2, aber mit anderen Stoffen einer anderen Art der Energiegewinnung teilt: Es braucht 3200 Jahre, bis es in der Atmosphäre abgebaut ist. Der Atommüll lässt grüßen.
Einmal mehr erweist sich die in Panik geborene, medial angefeuerte Energiewende als das, was sie ist: Eine hochgradig irrationale Veranstaltung von Politiker und Verbänden, die ihr wahlweise ideologisches und finanzielles Süppchen auf Kosten des Steuerzahlers und schließlich sogar des Klimas kochen. Dabei sollte jedem klar sein, dass eine absolute Fixierung auf Strom und CO2 niemals das Mittel der Wahl sein kann. Dass es gegen jede praktische Weisheit trotzdem gemacht wird, beweist, dass der ständige Verweis auf die Wissenschaften von Leuten kommt, denen das Denken in komplexen Zusammenhängen tatsächlich vollkommen fehlt.


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