Wieder einmal glänzt die Gewerkschaft und Erziehung, GEW, mit Forderungen, die zeigen, wie wenig ihre Führungsfiguren von Schule und Bildung verstanden haben. Nachdem deutlich geworden ist, dass durch den Merkel-Lockdown ein katastrophaler Bildungsrückstand entsteht, fordert die gewerkschaftliche Vertretung von Lehrern und Erziehern radikale Maßnahmen.
Die Chefin der GEW, Marlies Tepe, erklärte: »Eine Ausnahmesituation wie die Corona-Krise verlangt besondere Regelungen.« Schulzeugnisse und Abschlussprüfungen sollten in diesem Jahr den Umständen der Corona-Pandemie angepasst werden. Die Forderung: »In diesem Schuljahr darf niemand sitzenbleiben«. Abitur und Mittlerer Abschluss müssten auch ohne Prüfung abgelegt werden können. Zählen sollen lediglich die Vorleistungen.
Und wenn die Lehrer schon mal dabei sind, können auch gleich noch ein paar Verbesserungen der vergangenen Jahre abgeschafft werden. So fordert die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing, auf die Kompetenz der Lehrer vor Ort zu setzen und nicht so sehr auf die Vergleichbarkeit durch zentrale Aufgaben. Mit anderen Worten: Zentrale Prüfungen wie das einheitliche Zentralabitur stehen auf dem Prüfstand.
Was all diese Verbände vergessen: Alle Schüler leiden unter dem Merkel-Lockdown. Das ständige Hin und Her von Schulschließungen und Schulöffnungen, Distanzunterricht und Präsenzunterricht hinterlässt bei allen immer größere Lücken und am Ende fehlt allen Schülern ein Schuljahr. Daher hilft es wenig, keinen Schüler das Schuljahr wiederholen zu lassen. Alle müssen es wiederholen.
Die Forderung der Lehrer müsste also in Wirklichkeit lauten: Alle bleiben sitzen. Aber nach Jahren der Kuschelpädagogik riskiert niemand, diese Forderung laut zu erheben. Man zieht es vor, allen den Eindruck zu vermitteln, es wäre alles in Ordnung: Niemand bliebe ja sitzen.


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