Luisa Neubauer gilt als Kopf der deutschen Sektion von Fridays for Future. Als solche erhält sie bei den Mainstreammedien auch mal einen Platz als Autorin. Und in dieser Funktion schreibt sie gegen den Bau eines Kohlekraftwerks in Australien.
Da Luisa Neubauer aber auf die Handlungen der Australischen Regierung in etwa so viel Einfluss hat wie Angela Merkel, nämlich keinen, zielt sie auf den deutschen Beitrag zum Kraftwerk. Der kommt in Form von Signalen für die Bahnanschlüsse des Baus von einem der letzten Reste deutscher Großindustrie, von Siemens.
Wie kaum anders zu erwarten verweist Luisa Neubauer zunächst auf Buschbrände, die in Australien seit Wochen toben. Ein bisschen Panikmache kann erst mal nicht schaden – so viel hat sie von Greta Thunberg gelernt. Dann knüpft sie die Verbindung zum Klima und dessen Erwärmung – sie schreibt »globale Erhitzung« –, von der sie voraussetzt, aber das muss sie nicht eigens erwähnen, dass sie von Menschen ausgelöst wird. Schon im nächsten Satz nennt sie diese Erwärmung als Ursache für Brände und versichert: »Vom Weltklimarat wird dieser Zusammenhang mit 99-prozentiger Sicherheit bestätigt.«
Dass der Weltklimarat einen Zusammenhang sieht, ist wahrscheinlich richtig. Allerdings sieht er diesen Zusammenhang ganz bestimmt nicht mit einer Sicherheit von 99 Prozent. Bekanntlich geht der Klimarat mit solchen Aussagen subtiler um und beruft sich bei seinen Aussagen auf den Prozentsatz von Wissenschaftlern, die den Klimarat vermeintlich unterstützen. Nur entspricht dieser Prozentsatz in keinster Weise der Sicherheit der Behauptung. Stimmen 99 Prozent aller Wissenschaftlicher mit einer Sicherheit von 50 Prozent einer Aussage zu, dann bleibt die Sicherheit 50 Prozent. Luisa Neubauer sind solche Details offenbar nicht bekannt – oder sie ist den eigenen Propagandamitteln erlegen, was ja vorkommen soll.
Mit diesem argumentativen Rüstzeug in der Hand wendet sich die deutsche Aktivistin nun gegen den Bau eines Kohlekraftwerks. Denn Kohlekraftwerke produzieren C02 und CO2 ist für deutsche Klimaaktivisten der Herd alles Bösen. Und umgekehrt: Mit einer Reduzierung von CO2 ist die Welt wieder einmal gerettet. Auf welche Daten sich die Aktivistin beruft, um ihre Kritik an Kraftwerksbau zu untermauern, bleibt offen. Von den Möglichkeiten, Kohlekraftwerke auch ohne CO2-Ausstoß zu betreiben, hat sie wahrscheinlich so wenig gehört, wie von den Tricks des Weltklimarats. Im südindischen Thoothukudi läuft bereits ein CO2-freies Kraftwerk und das seit 2017.
Während dieses Unwissen über indische Ingenieurskunst wahrscheinlich auf ein eingefleischtes Überlegenheitsgefühl Luisa Neubauers hinweist, ist ihr Unwissen über die wirklich Ursachen der verheerenden Brände politisch gemacht. Denn maßgebliche Verursacher sind die australischen Grünen. Sie haben laut der Freiwilligen Feuerwehr Australien mit dafür gesorgt, dass es in Australien große Gebiete gibt, die man seit einigen Jahren gegen den Rat der Fachleute und der Ureinwohner sich selbst überlässt und nicht mehr kultiviert, will heißen, das Unterholz systematisch entfernt.
Dann kommt die Aktivisten zu dem Punkt, um den es ihr geht: Den Siemenskonzern. »Der gleiche deutsche Konzern, der öffentlich keine Gelegenheit auslässt, sich zu seiner unternehmerischen Verantwortung zu bekennen und der verspricht, bis 2030 klimaneutral zu sein, plant, für die Mine in Australien die Signalanlage für die Gleise zum Abtransport nach Indien bereitzustellen.«
Ist dieser krause Satz ebenfalls ein Ergebnis der Klimaerwärmung oder ganz einfach das Ergebnis fehlender Bildung ? Übersetzt: Siemens liefert Signale für die Bahnanlagen auf dem Gelände des Kraftwerks. Dabei handelt es sich sowohl für Siemens als auch für das Kraftwerk um keine entscheidende Größe.
Aber darum geht es auch nicht. Denn Luisa Neubauer ist Kopf von Fridays for Future. Und als solche wird sie wissen, dass der Stern der Bewegung mit jedem Freitag weiter sinkt.
Da ist eine Protestaktion gegen Siemens genau das richtige Mittel, um wieder einmal in die Medien zu gelangen. Und so endet ihr Gastbeitrag quasi mit einem Aufruf: »Am kommenden Freitag sind von Fridays for Future vor Siemens-Büros im ganzen Land Streiks geplant; die dazugehörige Petition auf change.org wurde innerhalb eines Tages mehr als zehntausend Mal gezeichnet.«
Das also will sie: Proteste gegen einen Konzern. Mit Hilfe linker politischer Ziele will sie Schüler erreichen. Nur so kann sie Fridays for Future vor dem Aussterben retten.


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