65.000 Unterstützer ziehen durch Bundeshauptstadt

Christopher Street Day 2021_ Kaum Abstand und noch weniger Anstand

Mit einem Umzug feierte die LGBT-Gemeide in Berlin ihren 43. Christopher Street Day. Immer wieder stand die Veranstaltung vor dem Abbruch.

Am Samstag feierte die LGBT-Gemeinde ihren 43. Christopher Street Day in der Bundeshauptstadt. Am frühen Nachmittag begann der Umzug in der Leipziger Straße und führte zunächst Richtung Potsdamer Platz. Von dort ging es zum Brandenburger Tor und anschließend an der Siegessäule entlang bis zur Urania in Schöneberg. Nachdem ab etwa 15.00 Uhr die Teilnehmer das Ziel der Demonstration erreicht hatten, verteilten sich sich die Minderheitenvertreter in die umliegenden Straßen.

Die Demonstranten brachten sich mit Techno-Marsch-Gedröhne in Stimmung; viele zuckten dazu. Aus den Lautsprechern ertönten allerdings auch politische Parolen, ebenso auf Plakaten. Unter den Teilnehmen war auch der Berliner Kultursenator Klaus Lederer, Ex-SED. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, SPD, rief vor der Demonstration zur Solidarität mit wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgten Personen auf und bezeichnete Berlin als »Regenbogenhauptstadt Europas« – eine peinliche Reminiszenz an die Vergangenheit Berlins.

Der Demonstrationszug war immer wieder davor, aufgelöst zu werden. Viele Personen trugen keine Maske, die Abstandsregeln wurde fast durchgehend missachtet. Während das bei den Freiheits-Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen jedoch zum Einsatz von Wasserwerfern gegen Familien mit Kindern führte, beließ es die Polizei bei den Vertretern sexueller Minderheiten bei wiederholten Warnungen.

Hauptthemen auf den politischen Plakaten war die verschärfte wirtschaftliche Situation vieler sogenannter queerer Einrichtungen. Sie bekommen zu spüren, dass dem Staat das Geld ausgeht. Nun bangen sie um ihre Existenz. Weiter erklärten die Demonstranten ihre Solidarität mit Minderheiten in anderen Ländern, indem sie Sprüche wie »Allah loves Equality« zeigten.

Die üblichen grenzwertigen Bekleidungen fehlten auch in diesem Jahr nicht. Hier wurden nicht nur die Abstandsregeln verletzt. Auch der Anstand kam wieder einmal deutlich zu kurz. Männer zeigten sich öffentlich in peinlichen und bisweilen aufdringlichen Frauengewändern. Zusammen mit den bereits genannten sinnfreien Plakaten und dem Techno-Gedröhn drängt sich eine oft zitierte Bemerkung des Begründers der Psychoanalyse, Sigmund Freud, auf: »Schamlosigkeit ist das erste Zeichen von Schwachsinn.«

Sven von Storch

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