Im Londoner Zoo gibt es Papageien. Die Vögel sind bekannt für ihre Gesprächigkeit. Nicht nur die in London, sondern überhaupt in der Welt. Es sind durch und durch soziale Wesen.
Dass die munteren Vögel gelegentlich auch mal einen Witz machen, ist gleichfalls weithin bekannt. Weniger bekannt ist ihre Bereitschaft, Hassbotschaften zu verbreiten. Nein, nicht bei facebook. Und sie twittern, was man ja wie selbstverständlich annehmen könnte, auch nicht. Aber im Lincolnshire Wildlife Park in England, berichtet die BBC, haben sich fünf von ihnen zusammengefunden. Was sag ich gefunden - zusammengerottet.
Billy, Elsie, Eric, Jade and Tyson hatten nur eines im Sinn: Zu fluchen. Und das rund um die Uhr. Die Mitarbeiter des Zoos hatten sich schon an die Flüche und Hassbotschaften gewöhnt. Und auch an das ständige Lachen über die eigenen Witze.
"Wir haben es sehr schnell gesehen", erklärt der Geschäftsführer des Zoos, Steve Nichols. "Wir sind es gewohnt, dass Papageien fluchen, aber wir hatten noch nie fünf zur gleichen Zeit." Sie haben sich offenbar gegenseitig angestachelt und über ihre Witze gelacht.
Eine Filterblase im Gehege. Gefiederter Rassismus. Womöglich die Keimzelle einer rechten Bewegung. - Jetzt ist damit Schluss!
Beschwerden hat es zwar keine gegeben. Im Gegenteil: "Wenn ein Papagei sagt, dass man sich verpissen soll, amüsiert das die Menschen sehr." Aber die Tiere werden getrennt. Schließlich muss man die Kinder vor den munteren Vögeln beschützen, heißt es von der Leitung des Zoos.
Billy, Elsie, Eric, Jade and Tyson wurden in unterschiedliche Bereiche des Wildparks gebracht. Dort sollen sie nun die natürlichen Laute ihrer Artgenossen von ihren Artgenossen erlernen. Eine Therapiegruppe also. Eine Therapiegruppe für hasspredigende Papageien.
Und so kommen die munteren Vögel in Genuss einer besonderen Ehre: Auch Sokrates wurde angeklagt, er habe mit seinen Reden Kinder verführt. Heute braucht es nicht mal mehr einen Denker. Jetzt ist schon das Geschnatter von Papageien bedrohlich.


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