Edelherbe, feine Waffelblätter und mit viel Schokolade – da läuft vielen das Wasser im Mund zusammen. Doch offenbar nicht allen. Nicht etwa, weil »zartbitter« nicht ihr Ding ist. – Nein. – Weil eine Packung mit dunkelbraunen Keksen den Namen »Afrika« trägt. Deshalb mögen sie diese Zartbitteren nicht.
Denn solche Namen sind, wie könnte es anders sein in Dunkeldeutschland, »rassistisch«. »Ein brauner Keks, der Afrika heißt? For Real?« Einen Hashtag dafür gibt es ebenfalls schon: #alltäglicherrassismus. Draufgeklebt und ins Internet geschoben entwickelt die Nachricht eine irre Gewalt.
Bahlsen versucht es zunächst mit Appeasment. Wenig später gibt man klein bei. Selbst der Hinweis, dass der Name die Kekspackung schon seit 60 Jahren verziert, fruchtete nicht. Schließlich ließ man verlauten: »Um zu vermeiden, dass unser Produkt Assoziationen mit Rassismus hervorruft, arbeiten wir bereits an einer Umbenennung.«
Da es ja wahrscheinlich nicht hilft, dem Keksunternehmen etwas mehr Rückgrat zu wünschen, kann man es wohl nur mit Vorschlägen für die geplante Umbenennung versuchen. Etwa in Richtung »Schaumkuss«, mit dem Leute, die Küsse von Negern nicht mögen, jetzt Negerküsse benennen. »Braunwaffel« wäre denkbar oder »Zartbrauner«; »Edelbrauner« zergeht vielleicht sogar auf den Lippen.
Doch bevor Bahlsen Gefahr läuft, dass einige Ausreißer ihres Sortiments zum Renner bei Ewiggestrigen werden, ist ein komlettes Revirement wohl das Beste. Weg mit »dunkelbraun«, her mit der Schokolade in »weiß«. Nein, »Eskimo« darf sie nicht heißen. Und »weiße alte Männer« wird sie wohl keiner nennen. Doch wenn sie »Trump« heißt, haut auch der letzte Kämpfer der Antifa seine Milchzähne in diese bittere Waffel.
Und schon ist die Welt wieder ein kleines Stück weniger herbe. Schade für die, die es zartbitter mögen.


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