Pleiten, Pech und Pannen – so könnte man die Situation für Rückkehrer aus dem Urlaub an den deutschen Grenzen beschreiben. Da müssen die einen zwei Stunden warten, bis sie getestet werden, weil mehrere Maschinen hintereinander gelandet sind; andere erhalten ihre Testergebnisse erst nach acht Tagen.
Der Grund ist immer der gleiche: Die Einrichtungen an Flughäfen und Autobahnraststätten sind von der Zahl der eintreffenden Rückkehrer überfordert. Offenbar waren die Behörden auf diesen Ansturm nicht vorbereitet. Oder besser: Sie wurden nicht vorbereitet. Die Politik hat sich in großmäuligen Ankündigungen geübt. Markus Söder, CSU, versprach kostenlose Tests an den Grenzen Bayerns. In der Folge erfuhren 900 Positiv-Getestete ihr Ergebnis verspätet. Nach dieser Panne versprach Söder, die 900 Personen bis letzten Donnerstag zu unterrichten – auch das klappte nicht. Bis zum Wochenende wussten knapp vier Dutzend immer noch nichts von dem Ergebnis.
Seit dem 8.August gilt eine Testpflicht. Aber statt neueste Digitaltechnik bereit zu stellen, fordert der Bund. Also wird zum Teil händisch vermerkt. Und das dauert, wie man sieht. Teststationen schließen um 21 Uhr, auch wenn viele Maschinen erst später eintreffen. Wer die Ungetesteten später testen soll, steht völlig in den Sternen; hier streiten Ärzte mit Kassen und Behörden. »Man hätte besser«, sagt ein Behördenleiter aus Trier, »bevor man so etwas aus dem Boden stampft, politisch die Strukturen geschaffen, die das leisten können.« – Was passiert, wenn im Herbst die erste Grippewelle anrollt, will man nicht wissen.
Zu diesem systemischen Chaos kommen nun noch Konflikte mit den Rückkehrern. In Berlin brauchte eine Familie, die aus der Türkei heimgekehrt war, das Testergebnis, um die Kinder in die Kita schicken zu können. Doch die Teststelle in der Charité verlangte Geld, da die Rückkehrer die Frist überschritten hatten, innerhalb der der Staat den Test noch bezahlt. Daraufhin attackierte der Urlauber eine Mitarbeiterin der Station, die umgehend schloss.
Die Geduld der Rückkehrer kommt wohl bald an ihr Ende.


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