Eins, Zwei, Drei und...

Stiko empfiehlt_ Die Jugend wird geboostert

Die Ständige Impfkommission, Stiko, wird bald die Empfehlung für Boosterimpfungen an allen Menschen ab 18 Jahren herausgeben.

Die Ständige Impfkommission ist eigentlich als ein Gremium gedacht, dass die Regierenden bei ihren Entscheidungen berät. Auf wissenschaftlicher Grundlage, versteht sich. Und nicht auf Hinweise aus der Ecke der Panikmacher wie Karl Lauterbach. Und schon gar nicht auf Fingerzeige aus der Pharmaindustrie hin. Die Empfehlungen der Stiko gelten als medizinischer Standard.

Die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Einrichtung hat nun erklärt, schon bald eine Empfehlung für die Impfung von Jugendlichen ab 18 Jahren mit Impfstoffen gegen Corona zu geben; eine Art gesundheitspolitisches FSK 18. Nötig sind diese Empfehlungen, weil nur dann die Kosten für Impfungen übernommen werden können, sei es vom Staat oder von Kasse. Außerdem sind die Politiker aus der Verantwortung.

Allerdings geht es nicht um eine erste oder zweite Impfung – es geht um die dritte Impfung; üblicherweise als Booster bezeichnet. Wohl, um vom Versagen der ersten beiden abzulenken und den Patienten den Eindruck zu geben, es ginge schneller voran. Eine Dritte Impfung für Jugendlich über 18 Jahre soll es also richten.

Die Forderung, auch die Jugendlichen zu boostern, steht seit Wochen im Raum. Aber man war in der Politik nicht sicher, was die Stiko empfiehlt, nachdem sie sich bei der Impfung von Kindern länger als erwartet zurückgehalten hatte und dafür kritisiert worden war. Nun beruhigte Stiko-Chef Thomas Mertens im GEZ-Sender ZDF: »Das wird nicht lange dauern«. Dann wird die »reklamierte Empfehlung auch kommen«.

Um zu beweisen, dass er linientreu ist, ergänzte der Ärztliche Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Ulm hinsichtlich der nötigen Impfquote in Deutschland, also dem Teil der Bevölkerung, der geimpft werden soll: »Wir müssen sicher irgendwo um 90 Prozent oder besser noch darüber« liegen. Um dann zu ergänzen: »Also je höher, desto besser.«

Bei soviel Plattheit zur Verdeckung von Unkenntnis hat man Sorge, dass die Stiko demnächst Werte von über 100 Prozent ankündigen wird. Ein Witz? – Gibraltar und die Malediven liegen laut Statista bei 120 und 106 Prozent. Dass in Portugal bei einer Impfquote von fast 88,8 Prozent die Infektionsrate bei über 100 liegt, Tendenz steigend, kümmert diese Fachleute nicht. Im Gegenteil. »Dann hätten wir wirklich die Chance«, verspricht der Fachmann, »das Ganze so durchzustehen, dass es eben nicht zu diesen Problemen kommt, die wir jetzt haben«. Ähnliches wurde schon vor der ersten Impfung verbreitet.

Dass die Jugendlichen über 18 in deutlich größerer Gefahr als bei einer Infektion mit Corona sind, wenn sie Auto fahren, Rauchen oder Extremsport treiben, kümmert schon gar keinen mehr. Hauptsache, es wird geboostert.

Sven von Storch

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